CureVac Aktie: Delisting fix
CureVac verschwindet von der Börse: Nach der Übernahme durch BioNTech in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar wurde der Handel an der Nasdaq eingestellt. Seit heute ist der mRNA-Spezialist vollständig in den BioNTech-Konzern integriert, die eigenständige Börsennotierung endet nach wenigen Jahren mit stark schwankendem Kursverlauf. Das Tickersymbol CVAC wird zum offiziellen Delisting Mitte Januar endgültig gestrichen.
Übernahme abgeschlossen und Aktionäre abgefunden
BioNTech hatte sein Übernahmeangebot bereits am 18. Dezember 2025 abgeschlossen. Insgesamt wurden 195.341.219 CureVac-Aktien angedient, was rund 86,75 % des ausstehenden Kapitals entsprach. In der ersten Januarwoche 2026 folgte eine Zwangsabfindung der restlichen Aktionäre im Rahmen der nachgelagerten Reorganisation.
Die wichtigsten Eckpunkte des Deals:
- Gegenleistung: BioNTech-American-Depositary-Shares im Wert von rund 5,46 US-Dollar je CureVac-Aktie
- Aufschlag: rund 55 % auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs von 3,53 US-Dollar vor Angebotsankündigung
- Letzter Nasdaq-Schlusskurs vor Aussetzung: 4,66 US-Dollar
Zu den maßgeblichen Unterstützern der Transaktion zählten dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG und verbundene Gesellschaften sowie die KfW, die 13,32 % an CureVac hielt.
Neues Management nach Zusammenschluss
Mit Vollzug der Transaktion wurde das Management neu aufgestellt. Der Vorstand von CureVac SE besteht nun aus BioNTech-CEO Prof. Ugur Sahin sowie Sierk Poetting und Ramón Zapata-Gomez. Sämtliche bisherigen Mitglieder des CureVac-Führungsteams sind freiwillig aus ihren Ämtern ausgeschieden.
Patentvergleich ebnete den Weg
Eine zentrale Voraussetzung für die Übernahme war die Bereinigung der langjährigen Patentstreitigkeiten. Im August 2025 verständigte sich BioNTech auf einen umfassenden Vergleich über 870 Millionen US-Dollar, um Vorwürfe einer Patentverletzung durch den COVID-19-Impfstoff Comirnaty beizulegen.
Die Vergleichsstruktur im Überblick:
- 370 Millionen US-Dollar an CureVac
- 370 Millionen US-Dollar an GSK als früheren strategischen Partner
- 1 % Lizenzgebühr auf zukünftige mRNA-Umsätze
Mit dieser Einigung wurden frühere Rechtskonflikte beendet und eine wesentliche juristische Belastung für BioNTech ausgeräumt.
Strategische Assets für BioNTech
Durch die Übernahme sichert sich BioNTech mehrere zentrale Vermögenswerte:
- Eine moderne Produktionsanlage in Tübingen
- Proprietäre „RNA Printer“-Module für automatisierte mRNA-Impfstoffherstellung
- Eine Onkologie-Pipeline, unter anderem das Glioblastom-Programm CVGBM
- Über zwei Jahrzehnte mRNA-Forschung inklusive umfangreicher Schutzrechte
BioNTech plant, den Standort Tübingen insbesondere für die Produktion personalisierter Krebsimpfstoffe zu nutzen und damit die eigene Onkologie-Strategie zu untermauern.
Neuer Rechtsstreit im mRNA-Sektor
Parallel zum Abschluss der CureVac-Übernahme ist ein weiterer Rechtskonflikt im mRNA-Bereich entstanden. Heute hat Bayer in den USA Klage gegen BioNTech, Pfizer und Moderna eingereicht. Streitgegenstand sind Patente aus dem Monsanto-Portfolio zur Stabilisierung von Messenger-RNA, die bei COVID-19-Impfstoffen zum Einsatz gekommen sein sollen.
Damit kommen zusätzliche rechtliche Risiken auf BioNTech zu, während das Unternehmen CureVac integriert. Sämtliche bestehenden und potenziellen zukünftigen Verpflichtungen von CureVac liegen nun vollständig beim Erwerber.
Zeitplan für das Delisting
Der Rückzug von CureVac von den Kapitalmärkten folgt einem klar definierten Ablauf:
- Heute: Aussetzung des Handels an der Nasdaq und weiteren wichtigen Handelsplätzen
- Morgen: Letzter Handelstag an der Wiener Börse
-
- Januar 2026: Wirksames Delisting an der Nasdaq
Nach Einreichung des Formulars 25 bei der US-Börsenaufsicht SEC plant CureVac Merger B.V., anschließend Formular 15 zu übermitteln, um die Registrierung und Berichtspflichten nach dem Securities Exchange Act zu beenden. Die Deregistrierung soll 90 Tage nach Einreichung des Formulars 15 wirksam werden.
Marktreaktion und Ausblick
Die unmittelbare Marktreaktion auf die Transaktion fiel verhalten aus. Nach Ankündigung des Deals im Juni 2025 verlor die BioNTech-Aktie etwa 2,5 %, wobei Analysten vor allem Verwässerungseffekte und den hohen Finanzaufwand für den Patentvergleich hervorhoben.
Für ehemalige CureVac-Anteilseigner bedeutete die Übernahme einen geordneten Ausstieg aus einem Unternehmen, das nach Rückschlägen bei seinem COVID-19-Impfstoff kein eigenes Produkt zur Marktreife gebracht hatte. Vom Zeitpunkt der Angebotsankündigung bis zur letzten Handelssitzung legte der Kurs um rund 40 % zu.
Weitere Details zu den Integrationsplänen sowie zur Bayer-Klage will BioNTech auf der anstehenden J.P. Morgan Healthcare Conference vorstellen. Wichtige operative Meilensteine für die nächsten Jahre sind die Phase-3-Daten zu Krebsimpfstoffkandidaten, die bereits auf CureVacs zweite Generation der mRNA-Plattform zurückgreifen. Erste Ergebnisse werden Ende 2026 und im Jahr 2027 erwartet und dürften dann entscheidend dafür sein, welchen Beitrag die übernommenen Programme zum künftigen Wachstum leisten.
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