Während das operative Geschäft mit innovativen Projekten weiterläuft, steht für die freien Aktionäre von Covestro das Ende der Fahnenstange bevor. Der neue Mehrheitseigentümer XRG hat die entscheidende Schwelle von 95 Prozent überschritten und treibt den Squeeze-out voran. Für Minderheitsaktionäre stellt sich nun primär die Frage nach der Höhe der Barabfindung.

Die aktuelle Lage auf einen Blick:
* Mehrheit: XRG (ADNOC) hält 95,10 Prozent der Anteile.
* Verfahren: Aktienrechtlicher Squeeze-out eingeleitet.
* Projekt: Spatenstich für Wärmebatterie in Brunsbüttel.
* Kurs: Aktie schloss am Montag bei 60,66 Euro.

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Der Weg zum Börsenabschied

Die Übernahme durch XRG, den Investmentarm der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), ist in der finalen Phase angekommen. Mit einer Beteiligungsquote von 95,10 Prozent hat der neue Eigentümer die rechtliche Voraussetzung geschaffen, um die verbleibenden Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen.

Ein entsprechender Beschluss soll auf der kommenden Hauptversammlung gefasst werden. Die Transaktion selbst wurde bereits am 10. Dezember 2025 vollzogen, gefolgt von personellen Weichenstellungen: Dr. Rainer Seele hat den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen. Die konkrete Höhe der Abfindung steht indes noch aus und dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.

Spatenstich in Brunsbüttel

Trotz der gesellschaftsrechtlichen Umwälzungen läuft das operative Geschäft weiter. In Brunsbüttel setzte der Chemiekonzern kürzlich den Spatenstich für eine 100-MWh-Wärmebatterie. Das Projekt, das gemeinsam mit Rondo Energy realisiert wird, soll ab Ende 2026 überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien speichern und als Dampf für die Produktion nutzen.

Dieses Vorhaben unterstreicht die langfristige Strategie des Unternehmens, bis 2035 klimaneutral zu produzieren, unabhängig von der Eigentümerstruktur. Die Technologie soll jährlich bis zu 13.000 Tonnen CO2 einsparen und etwa zehn Prozent des Dampfbedarfs am Standort decken.

Operative Herausforderungen bleiben

Der Blick auf die Zahlen zeigt jedoch, warum Covestro zuletzt an der Börse zu kämpfen hatte. Die Aktie verlor seit Jahresanfang 8,09 Prozent an Wert und notiert mit 60,66 Euro deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 66,00 Euro.

Verantwortlich für die gedrückte Stimmung sind unter anderem die Ergebnisse des dritten Quartals 2025. Ein Umsatzrückgang von 12 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und ein negatives Konzernergebnis von 47 Millionen Euro verdeutlichen die schwierige Marktlage. Schwache Nachfrage und Überangebot belasten die Branche weiterhin, was auch das Transformationsprogramm STRONG notwendig macht, das bis 2028 signifikante Einsparungen liefern soll.

Für die verbliebenen Anleger richtet sich der Fokus nun fast ausschließlich auf die Bewertung der Abfindung. Sobald XRG die Details zum Squeeze-out-Preis veröffentlicht, wird sich zeigen, ob der aktuelle Kurs den fairen Wert widerspiegelt oder ob noch ein Aufschlag zu erwarten ist.

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