Covestro Aktie: Countdown zum Squeeze-out
Der Leverkusener Polymerkonzern meldet einen wichtigen Meilenstein beim chemischen Recycling. Für Anleger rückt das operative Geschäft jedoch zunehmend in den Hintergrund. Mit dem bevorstehenden Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre durch den neuen Eigentümer ADNOC zählt an der Börse nur noch die finale Barabfindung.
Warten auf den Prüfer
Der staatliche Ölkonzern aus Abu Dhabi hat über seine Tochtergesellschaft die rechtlich entscheidende Schwelle von 95,1 Prozent der Anteile überschritten. Damit ist der Weg für den Squeeze-out frei. Der formale Rückzug vom Kapitalmarkt folgt einem festen Fahrplan, der auf der Hauptversammlung im Mai 2026 mit dem finalen Beschluss zum Aktienübergang enden soll.
Aktuell ermittelt ein unabhängiger Prüfer den genauen Wert für die Barabfindung. Diese Sondersituation spiegelt sich klar im Kursverlauf wider. Mit einem Freitagsschlusskurs von 59,98 Euro notiert das Papier nahezu bewegungslos knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Echte Marktdynamik fehlt, da die erwartete Abfindungshöhe den Kurs faktisch fixiert und operative Entwicklungen ausblendet.
Operative Talfahrt und Management-Exodus
Dass die Aktie nicht mehr auf fundamentale Nachrichten reagiert, bewahrt Aktionäre derzeit vor potenziellen Kursrücksetzern. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 lieferte ein schwaches Bild. Sinkende Verkaufspreise und strukturelle Überkapazitäten ließen das EBITDA um fast 31 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrechen. Eine Dividende fällt zum vierten Mal in Folge aus.
Parallel zur operativen Schwäche ordnet sich die Führungsetage neu. Finanzvorstand Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September. Auch CEO Markus Steilemann wird seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern. Der Aufsichtsrat muss nun beide Schlüsselpositionen neu besetzen, während das Unternehmen in die vollständige Integration bei ADNOC übergeht.
Technologische Weichenstellung
Trotz des schwierigen Marktumfelds treibt Covestro seine strategische Ausrichtung abseits der Börse voran. Ein neu unterzeichneter Vertrag mit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT sichert den Bau einer Pilotanlage für die sogenannte Smart-Pyrolyse. Ab Mitte 2028 sollen dort jährlich 2.000 Tonnen Polyurethan-Hartschaumabfälle zu hochreinem Anilin recycelt werden.
Für die künftige Ausrichtung unter dem Dach von ADNOC ist diese Technologie ein zentraler Baustein, um den CO₂-Fußabdruck in der Produktion um bis zu 40 Prozent zu senken. Die Früchte dieser Investitionen werden allerdings nicht mehr den freien Aktionären zugutekommen. Mit dem für Mai 2026 geplanten Hauptversammlungsbeschluss endet die Börsengeschichte des ehemaligen Bayer-Konzernteils endgültig.
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