Der arabische Mehrheitsaktionär XRG macht ernst: Covestro beantragt den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard. Die Maßnahme ist kein Zufall – sie folgt dem klassischen Drehbuch nach erfolgreichen Übernahmen. Mit 95,10% Kapitalanteil setzt XRG nun konsequent auf Kostenreduzierung, während die verbleibenden Minderheitsaktionäre auf die finale Abfindung warten.

Die wichtigsten Entwicklungen:
- Antrag auf Segmentwechsel am 22. Januar 2026 gestellt
- Wirksamkeit drei Monate nach Genehmigung durch die Frankfurter Wertpapierbörse
- Squeeze-out-Verfahren bereits eingeleitet, Hauptversammlung am 15. April 2026
- XRG hält zusammen mit Tochtergesellschaft 95,10% des Aktienkapitals
- Aktie notiert bei 60,74 Euro, rund 2% unter dem Übernahmepreis von 62,00 Euro

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Vom Prime zum General Standard

Der Leverkusener Kunststoffhersteller begründet den Schritt mit der Reduzierung zusätzlicher Kosten. Der Prime Standard verlangt erweiterte Transparenzanforderungen wie zweisprachige Quartalsberichte und internationale Rechnungslegungsstandards. Anforderungen, die für einen faktisch nicht mehr börsengehandelten Konzern wenig Sinn ergeben.

Die Zulassung zum regulierten Markt bleibt bestehen. Der Handel wird also weiterlaufen – allerdings unter gelockerten Publizitätspflichten. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre dürfte das kaum relevant sein, denn ihre Tage als Covestro-Anteilseigner sind ohnehin gezählt.

Squeeze-out läuft planmäßig

Am 9. Januar 2026 informierte XRG das Unternehmen offiziell über die geplante Übertragung aller Minderheitsaktien. Als Mehrheitsaktionär gemäß § 327a AktG ist der Investmentarm des staatlichen Ölkonzerns ADNOC aus Abu Dhabi dazu berechtigt.

Die Höhe der Barabfindung steht noch nicht fest. Als Orientierung dient der Übernahmepreis von 62,00 Euro je Aktie. Die endgültige Festlegung erfolgt nach entsprechender Bewertung. Die Hauptversammlung am 15. April 2026 soll den Übertragungsbeschluss fassen. Nach Eintragung ins Handelsregister wäre der Prozess abgeschlossen.

Größte Golfstaaten-Übernahme in der EU

Mit einem Volumen von rund 11,7 Milliarden Euro zählt die Transaktion zu den bedeutendsten Akquisitionen eines EU-Unternehmens durch einen Golfstaat. Der Vollzug erfolgte am 10. Dezember 2025 nach Erhalt aller regulatorischen Genehmigungen.

Begleitend gab es personelle Veränderungen: Dr. Rainer Seele übernahm im Dezember 2025 den Aufsichtsratsvorsitz. CFO Christian Baier kündigte seinen Abgang nach Vertragsablauf an.

Der aktuelle Kurs von 60,74 Euro reflektiert die verbleibende Unsicherheit über die finale Abfindungshöhe sowie den Zeitwert bis zum Abschluss des Squeeze-outs. Am 15. April 2026 folgt die entscheidende Hauptversammlung, die Quartalszahlen für Q1 2026 sind für den 5. Mai angesetzt.

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