ABO Energy steckt in der tiefsten Krise ihrer fast 30-jährigen Geschichte — und verliert nun ausgerechnet in dieser Phase den Finanzgeschäftsführer. Alexander Reinicke schied am 12. März mit sofortiger Wirkung aus der Geschäftsführung aus. Der Zeitpunkt ist pikant: Nur drei Tage zuvor hatten die Anleihegläubiger den Sanierungskurs mit über 99 Prozent Zustimmung abgesegnet.

Gläubiger stützen, CFO geht

Das Votum der Gläubigerversammlung zur Anleihe 2024/2029 war eindeutig. 48 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen — rund 38,7 Millionen Euro — waren vertreten, weit mehr als das erforderliche Quorum von 25 Prozent. Kernbeschluss: die Aussetzung einer sogenannten Negativverpflichtung bis Ende 2026. Das gibt ABO Energy wieder die Möglichkeit, bankübliche Sicherheiten zu stellen und an laufenden Bieterverfahren teilzunehmen — ein wesentlicher Schritt, um das operative Geschäft zu stabilisieren.

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Reinicke, der seit 2022 im Vorstand saß und nach dem Formwechsel zur KGaA 2024 als Geschäftsführer fungierte, blickt auf eine 20-jährige Karriere bei dem Wiesbadener Unternehmen zurück. Seine Aufgaben werden interimistisch auf das bestehende Führungsteam verteilt. Die Geschäftsführung betont, das operative Geschäft bleibe unberührt.

Verlust von 170 Millionen Euro — das erste Minus der Unternehmensgeschichte

Das Ausmaß der Schieflage ist erheblich. Für 2025 erwartet das Management einen Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro. Überzeichnete Windkraftauktionen in Deutschland drückten die Einspeisevergütungen und führten zu Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro. Projektverschiebungen und negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn kamen erschwerend hinzu. Die Aktie verlor vom Hoch bei 45,20 Euro im Juli 2025 bis auf 4,25 Euro im Februar 2026 mehr als 90 Prozent ihres Wertes.

Strategisch will das Management ABO Energy vom reinen Projektentwickler zum unabhängigen Stromproduzenten umbauen. Ein Effizienzprogramm soll 2026 wieder in die schwarzen Zahlen führen. Operative Teilerfolge gibt es bereits: In der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur sicherte sich das Unternehmen Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 Megawatt in Schlangenbad, Ober-Olm und Schieder-Schwalenberg, Baubeginn Herbst 2026.

Am 22. Juni legt das Management den testierten Jahresabschluss 2025 vor — der erste belastbare Nachweis dafür, ob die Kostensenkungen greifen und der Sanierungsplan trägt. Die Hauptversammlung folgt am 13. August.

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