UniCredit gewinnt im Ringen um die Commerzbank spürbar an Spielraum – und das ausgerechnet über eine juristische Feinheit. Gleichzeitig stemmt sich die Frankfurter Bank mit Rekordzahlen und einer offensiven Ausschüttungspolitik gegen den Druck. Entscheidend wird, wie nah UniCredit an die heikle 30%-Schwelle heranrückt.

UniCredit: Mehr Flexibilität – 30% im Blick

Seit Ende Februar darf UniCredit im Fall eines Angebots ein reines Aktientauschangebot vorlegen. Hintergrund ist eine Regel im deutschen Übernahmerecht: Wer in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent gegen Barzahlung zugekauft hat, muss keine Barkomponente anbieten.

Genau das spielt den Italienern in die Karten. Der letzte Barkauf liegt laut Quelle im September 2024 (damals ein Paket über 4,5%, anschließend noch einmal beim Verkauf weiterer Bundesanteile in ähnlicher Größenordnung). Spätere Aufstockungen – inklusive einer Transaktion im August 2025 – liefen über die Wandlung von Derivaten in Aktien. Ergebnis: UniCredit kann ein Angebot strukturieren, ohne zwingend große Summen Cash bereitstellen zu müssen.

Parallel wächst die Beteiligung. UniCredit hält rund 26% direkt und kontrolliert über Finanzinstrumente knapp 29%. Damit ist die 30%-Marke, die ein Pflichtangebot auslösen würde, in Reichweite.

Commerzbank kontert mit Rekordzahlen und Ausschüttung

Die Commerzbank setzt auf operative Stärke als Schutzschild. Für 2025 meldete sie ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro (plus 18%) und einen Nettogewinn von 2,63 Mrd. Euro. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 6%, getragen von Trade Finance, Wertpapiergeschäft und Zahlungsverkehr.

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Dazu kommt eine klare Botschaft an Aktionäre: Der Vorstand schlägt 1,10 Euro Dividende je Aktie vor (über den im Quelltext genannten Analystenschätzungen von 1,00 Euro). Außerdem läuft ein Aktienrückkauf über 540 Mio. Euro, der am 26. März endet. Zusammen mit einem Programm aus Dezember summieren sich die Kapitalrückführungen für 2025 auf 2,7 Mrd. Euro. Für 2026 stellt das Management sogar 100% des Nettoergebnisses als Ausschüttung über Dividenden und Rückkäufe in Aussicht.

An der Börse bleibt der Titel dennoch unter Druck: Heute notiert die Commerzbank Aktie bei 31,51 Euro (‑2,66%), in 7 Tagen steht ein Minus von 12,25% zu Buche.

Was bremst die Euphorie?

Die verhaltene Marktreaktion hat im Quelltext zwei zentrale Gründe. Erstens der Ausblick: Die Gewinnprognose für 2026 liegt mit 3,2 Mrd. Euro unter den Erwartungen (Konsens: 3,4 Mrd. Euro).

Zweitens sorgt die Beteiligung an Aquila Capital weiter für Unruhe. Es gab erneut 52 Mio. Euro Abschreibungen; damit sind bereits rund zwei Drittel des Kaufpreises aus 2024 wertberichtigt. Insgesamt schrieb die Bank 2025 rund 117 Mio. Euro auf Aquila ab. Laut Quelle schlägt die Unsicherheit inzwischen auch im Geschäft durch – vor allem bei Firmenkunden, die Beziehungen zu beiden Häusern pflegen.

Politisch bleibt die Lage zusätzlich aufgeladen: Die Bundesregierung hält noch rund 12% und lehnt eine Fusion weiterhin ab. Das erschwert eine schnelle Lösung. Gleichzeitig zeigt eine Platzierung von zwei Anleihen über zusammen 1,75 Mrd. Euro (Senior bis 2031 und Green Bond bis 2037) laut Quelle robuste Nachfrage – ohne Kursstabilisierung.

Zum Fahrplan: Am 26. März 2026 endet das Rückkaufprogramm, am 8. Mai 2026 folgen die Q1-Zahlen, die Hauptversammlung ist am 20. Mai 2026. Der Dividenden-Ex-Tag ist am 21. Mai, die Auszahlung am 25. Mai – bis dahin dürfte sich auch zeigen, wie stabil UniCredits Position knapp unter 30% tatsächlich bleibt.

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