Der Übernahmepoker um Deutschlands zweitgrößte Bank erreicht eine neue Stufe. Seit Ende Februar ist UniCredit rechtlich in der Lage, ein reines Aktientauschangebot vorzulegen, da eine wichtige Sperrfrist im deutschen Übernahmerecht abgelaufen ist. Während die Italiener damit taktisch deutlich flexibler agieren können, versucht die Commerzbank, ihre Eigenständigkeit mit Rekordgewinnen und einer aggressiven Ausschüttungspolitik zu verteidigen.

Taktischer Vorteil für Mailand

Die Dynamik hat sich grundlegend verschoben. Da UniCredit in den vergangenen sechs Monaten keine Commerzbank-Anteile gegen Barzahlung erworben hat, entfällt die Pflicht, bei einem Übernahmeangebot eine Barkomponente anzubieten. Dies erlaubt der Mailänder Großbank, den Aktionären ausschließlich eigene Papiere anzubieten, was die Finanzierung eines potenziellen Deals erheblich erleichtert.

Die Italiener halten bereits direkt rund 26 Prozent der Anteile und kontrollieren über Finanzinstrumente insgesamt knapp 29 Prozent. Damit rückt die kritische 30-Prozent-Marke in greifbare Nähe. Ein Überschreiten dieser Schwelle würde UniCredit zwingen, ein formelles öffentliches Übernahmeangebot abzugeben.

Geldregen als Abwehrschild

Das Commerzbank-Management setzt in dieser Situation auf eine klare Strategie: Den Aktionären den Verbleib so attraktiv wie möglich zu machen. Mit einem Rekord-Nettogewinn von 2,63 Milliarden Euro im Rücken plant die Bank, die Dividende auf 1,10 Euro je Aktie fast zu verdoppeln. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro.

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Für das laufende Jahr 2026 kündigte der Vorstand an, 100 Prozent des Nettoergebnisses an die Anteilseigner ausschütten zu wollen. Diese massive Kapitalrückführung soll die Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTE) auf über 11,2 Prozent treiben und so Argumente für die Eigenständigkeit liefern. Dass der Markt diese Maßnahmen noch zurückhaltend bewertet, zeigt der aktuelle Kurs von 31,72 Euro, der heute um 2,01 Prozent nachgab.

Skepsis trotz angehobener Prognose

Trotz der offensiven Ausschüttungspolitik bleiben Anleger vorsichtig. Zwar hob die Bank ihre Prognose für den Zinsüberschuss 2026 an und erwartet nun einen Gewinn von über 3,2 Milliarden Euro. Doch Analysten hatten im Vorfeld mit rund 3,4 Milliarden Euro gerechnet. Die Guidance verfehlte damit die hohen Erwartungen des Marktes.

Zudem belastet das Engagement bei Aquila Capital die Bilanz weiter. Eine erneute Wertberichtigung von 52 Millionen Euro führt dazu, dass inzwischen rund zwei Drittel des ursprünglichen Kaufpreises abgeschrieben wurden. Auch der politische Gegenwind hält an: Die Bundesregierung, die noch 12 Prozent hält, lehnt eine Fusion weiterhin ab, was den Prozess für UniCredit erschwert.

Hauptversammlung als Wegweiser

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die "Standalone"-Strategie der Commerzbank die Aktionäre überzeugen kann oder ob UniCredit die neu gewonnene Flexibilität für einen konkreten Vorstoß nutzt. Spätestens am 20. Mai 2026 zur Hauptversammlung wird sich entscheiden, ob die erhöhte Dividende und die Rückkaufpläne ausreichen, um die Mehrheit der Investoren hinter dem aktuellen Management zu versammeln.

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