Der Übernahmepoker zwischen UniCredit und Commerzbank gewinnt an Fahrt. Während Mailand an einer attraktiveren Offerte arbeitet, kontert Frankfurt mit Rekordzahlen — und einer ungewöhnlich scharfen Abrechnung.

UniCredit bessert nach — aber zu welchem Preis?

Das ursprüngliche Angebot vom 16. März kam schlecht an. Umgerechnet rund 30,80 Euro je Anteilsschein, ein Aufschlag von gerade einmal vier Prozent — die Reaktion in Frankfurt war entsprechend kühl. Nun prüft UniCredit-Chef Andrea Orcel konkrete Nachbesserungen: Medienberichten zufolge stehen ein erhöhtes Umtauschverhältnis von 0,50 bis 0,52 eigenen Aktien sowie ein Baranteil von 20 bis 30 Prozent im Raum. Orcel hat Gesprächsbereitschaft signalisiert — allerdings nur, wenn Commerzbank einer gemeinsamen strategischen Vision zustimmt.

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Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lässt das nicht unkommentiert. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung rechnet sie vor: Hätte UniCredit die Commerzbank bereits im Herbst 2024 übernommen, hätten Aktionäre mehr als 15 Milliarden Euro Wertverlust hinnehmen müssen. Ihr Urteil fällt knapp aus: „Nicht verloren, sondern gewonnen." Besonders pikant ist ihr Hinweis auf die angestrebte Kosten-Ertragsquote von 35 Prozent, die UniCredit anpeilt — was laut Orlopp faktisch einen Personalabbau von zwei Dritteln bedeuten würde.

Starke Zahlen als Schutzwall

Zur Untermauerung ihrer Position verweist die Bank auf ein operatives Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro — ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert der Unternehmensgeschichte. Die Dividende soll auf 1,10 Euro je Aktie steigen, der Nettoertragsausblick für 2026 wurde auf über 3,2 Milliarden Euro angehoben.

Der Widerstand gegen UniCredit reicht dabei über das Management hinaus. Betriebsrat und Gewerkschaft ver.di warnen vor bis zu 15.000 Stellenstreichungen und fordern, die Commerzbank als kritische Infrastruktur einzustufen. Auch die Bundesregierung, die noch mit rund zwölf Prozent beteiligt ist, lehnt eine feindliche Übernahme weiterhin ab.

Drei Termine im Mai entscheiden

Der Zeitplan verdichtet sich: UniCredit hält am 4. Mai eine außerordentliche Versammlung ab, am 8. Mai legt Commerzbank ihre Q1-Zahlen vor, und am 20. Mai folgt die Hauptversammlung. Orlopp erwartet, dass UniCredit spätestens dann ein überarbeitetes Angebot vorlegt — das sie gemeinsam mit dem Aufsichtsrat prüfen will. Ob Orcel bis dahin ein Angebot vorlegt, das die Lücke zwischen dem Marktniveau und einer echten Übernahmeprämie schließt, wird der entscheidende Test für den Fortgang der Transaktion sein.

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