Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp geht auf Konfrontationskurs und attackiert die Übernahmepläne der UniCredit mit konkreten Zahlen. In einer detaillierten Gegenrechnung stellt sie die strategische Substanz des Mailänder Vorhabens infrage. Die Botschaft an die Aktionäre ist unmissverständlich: Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein massiver Werteverlust.

Fehlende Synergien und Personalabbau

Im Zentrum der Kritik stehen die wechselnden Begründungen von UniCredit-Chef Andrea Orcel. Orlopp bemängelt, dass ohne eine vollendete europäische Bankenunion kaum echte grenzüberschreitende Synergien möglich seien. Stattdessen kalkuliert die Managerin mit drastischen Einschnitten: Um die von UniCredit angestrebte Kosten-Ertragsquote von 35 Prozent zu erreichen, müsste die Commerzbank zwei Drittel ihres Personals abbauen.

Zudem rechnet sie vor, dass eine frühe Übernahme im Herbst 2024 die eigenen Aktionäre rund 15 Milliarden Euro an Wert gekostet hätte. Mit diesen harten Bandagen versucht das Frankfurter Management, die inhaltlichen Schwächen der italienischen Pläne offenzulegen.

Angebot ohne echte Prämie

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Das konkrete Angebot aus Italien untermauert Orlopps defensive Haltung. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Papier, was einem Gegenwert von etwa 30,80 Euro entspricht. Eine echte Übernahmeprämie fehlt damit völlig. Die Investoren scheinen diese Einschätzung zu teilen und stützen den Kurs der Eigenständigkeit. Heute verzeichnete die Aktie einen deutlichen Sprung um 5,47 Prozent auf 31,82 Euro. Damit bewegt sich der Titel spürbar über der Offerte aus Mailand, was den Verhandlungsdruck auf die Italiener erheblich erhöht.

Eigenständigkeit durch Rekordgewinne

Anstatt sich auf Fusionsgespräche einzulassen, lässt die Commerzbank ihre Bilanzen sprechen. Ein Nettoergebnis von 2,68 Milliarden Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr markiert einen neuen Rekordwert und einen Anstieg von 20 Prozent. Diese Profitabilität soll direkt an die Anteilseigner fließen. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. In den darauffolgenden drei Jahren plant das Institut sogar, den gesamten Konzerngewinn nach Abzug von Zinszahlungen auszuschütten.

Das formelle Übernahmeangebot der UniCredit wird für Mai erwartet. Bis zu diesem Termin wird der Commerzbank-Vorstand seine laufenden Finanzziele noch einmal nach oben anpassen, um die Eigenständigkeit mit weiteren Ertragsaussichten zu untermauern und die restlichen Aktionäre von seinem Kurs zu überzeugen.

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