Fast 16 Jahre nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe kehrt BP mit einem Milliardenprojekt in den Golf von Mexiko zurück. Die Trump-Administration hat das Kaskida-Projekt genehmigt — eine 5-Milliarden-Dollar-Investition in Tiefseetechnologie, die BP bislang nicht besaß und die Umweltschützer sowie demokratische Abgeordnete vehement bekämpft haben.

Ein Feld, das jahrzehntelang wartete

Kaskida wurde vor fast 20 Jahren entdeckt, blieb aber unerschlossen — die Ölindustrie verfügte schlicht nicht über die nötige Technologie. Das Feld liegt in mehr als zehn Kilometern Tiefe, mit extremen Drücken und Temperaturen, die selbst für Tiefseeprojekte außergewöhnlich sind.

Ab 2029 soll dort Rohöl fließen. In der ersten Phase plant BP die Förderung von rund 275 Millionen Barrel aus einem Abschnitt des Meeresbodens, der nach Schätzungen bis zu 10 Milliarden Barrel enthält.

Risiken und Widerstand

Die Genehmigung kam trotz erheblicher Gegenwehr. Laut BPs eigenem Antrag könnte ein unkontrollierter Ausbruch bis zu 4,5 Millionen Barrel Öl in den Golf spülen — und bis zu 100 Tage dauern, bis er unter Kontrolle gebracht wäre. Ultra-Tiefsee-Projekte wie Kaskida haben zudem eine mindestens sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit für einen Kontrollverlust am Bohrloch als konventionelle Offshore-Bohrungen.

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Das zuständige Bundesbüro BOEM hatte BPs Antrag zwischenzeitlich zur Überarbeitung zurückgeschickt — ein seltener Schritt. Die eingereichten Änderungen waren jedoch geringfügig, die zentralen Kritikpunkte des Kongresses blieben unbeantwortet.

Strategischer Neustart unter neuer Führung

Kaskida fügt sich in BPs umfassende strategische Neuausrichtung ein. Unter dem Druck des aktivistischen Großaktionärs Elliott Investment Management hat der Konzern Anfang des Jahres den Rückzug aus dem Erneuerbaren-Bereich beschleunigt und setzt wieder stärker auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas.

Parallel dazu läuft ein Verkaufsprogramm über 20 Milliarden Dollar. Zuletzt vereinbarte BP den Verkauf von 65 Prozent seiner Castrol-Beteiligung an Stonepeak für einen Unternehmenswert von 10,1 Milliarden Dollar — mit einem Nettomittelzufluss von rund 6 Milliarden Dollar. Ziel ist es, die Nettoverschuldung von derzeit 26 Milliarden Dollar bis Ende 2027 auf 14 bis 18 Milliarden Dollar zu senken.

Im April übernimmt Meg O'Neill, bislang bei Woodside Energy, den CEO-Posten. Sie tritt ihr Amt an, während Kaskida bereits genehmigt ist — und während Umweltorganisationen rechtliche Schritte angekündigt haben. Der Weg von der Genehmigung bis zur ersten Ölförderung 2029 dürfte alles andere als geradlinig verlaufen.

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