Das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank stößt auf eine unerwartet harte Wand. Während das Management in Mailand auf einen schnellen Ausbau seiner Anteile zielt, formiert sich in Frankfurt eine weitreichende Allianz aus Belegschaft, Gewerkschaft und Politik. Im Zentrum des Widerstands steht ein Vertragswerk, das den potenziellen Käufern die erhofften Synergieeffekte auf Jahre hinaus verbauen könnte.

Diskrepanz zwischen Angebot und Kurs

Am Montag legte UniCredit die Details offen: 0,485 eigene Papiere bietet das Institut pro Commerzbank-Anteilsschein, was einem Gegenwert von rund 30,80 Euro entspricht. An der Börse wird diese Offerte als deutlich zu niedrig erachtet. Der gestrige Schlusskurs von 32,59 Euro signalisiert, dass Investoren das Angebot in dieser Form nicht akzeptieren. Allein in den vergangenen sieben Tagen legte der Titel um über sieben Prozent zu, getrieben von der Erwartung auf eine notwendige Nachbesserung der Italiener.

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Betriebsrat zieht rote Linien bis 2030

Der eigentliche Stolperstein für UniCredit-Chef Andrea Orcel liegt jedoch abseits des Aktienkurses in den bestehenden Arbeitsverträgen. Betriebsratschef Sascha Uebel verweist auf eine gültige Transformationsvereinbarung und einen Haustarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi, die bis ins Jahr 2030 laufen. Diese Dokumente schreiben die aktuellen Betriebsratsstrukturen fest und geben den Arbeitnehmervertretern weitreichende Blockademöglichkeiten bei Umbaumaßnahmen.

Für eine übernehmende Bank bedeutet dies konkret, dass signifikante Einsparungen durch schnellen Stellenabbau in den kommenden fünf Jahren praktisch nicht umsetzbar sind. Ohne diese Synergien im Milliardenbereich verschlechtert sich die finanzielle Logik des Zukaufs für die Italiener massiv.

Ein langer Weg durch die Instanzen

Die Bundesregierung flankiert diesen gewerkschaftlichen Widerstand. Als zweitgrößter Aktionär mit 12,72 Prozent der Anteile pocht Berlin auf die Eigenständigkeit des systemrelevanten Instituts. Zusätzlich droht auf regulatorischer Ebene ein zäher Prozess. Die Prüfung durch BaFin und Europäische Zentralbank hinsichtlich Wettbewerbskonformität und Finanzstabilität wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein Abschluss der Transaktion ist laut Zeitplan erst für das erste Halbjahr 2027 avisiert. Unterdessen nutzt Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp die Zeit, um die Abwehr mit einem operativen Rekordgewinn von 4,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr fundamental zu untermauern.

UniCredit hält bereits knapp 28 Prozent an der Commerzbank und zielt mit dem aktuellen Angebot lediglich darauf ab, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten, um künftig flexibel am Markt zukaufen zu können. Der nächste offene Konflikt steht bereits fest im Kalender: Auf der Hauptversammlung am 20. Mai werden die Fronten zwischen dem Großaktionär aus Mailand, dem Management und der organisierten Belegschaft direkt aufeinanderprallen.

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