Coca-Cola zieht bei Costa Coffee die Reißleine – allerdings anders als viele Marktbeobachter erwartet hatten. Statt die Kaffeekette wie geplant zu veräußern, bleibt sie im Konzern. Parallel richtet der Getränkeriese sein Top-Management stärker auf Digitalisierung aus. Im Zentrum steht damit die Frage, ob Costa und ein neuer Digitalchef die nächste Wachstumsphase tragen können.

Costa-Verkauf gestoppt

Der wichtigste kurzfristige Faktor für die Aktie ist das Aus für den möglichen Costa-Verkauf. Laut Medienberichten vom Ende der Woche hat Coca-Cola die Gespräche mit Finanzinvestoren beendet und die Pläne für einen Verkauf auf Eis gelegt.

  • Gebote lagen unter den Erwartungen von Coca-Cola
  • Der Konzern soll rund 2 Milliarden Pfund angesetzt haben
  • Interessenten waren unter anderem TDR Capital und Bain Capital

Die eingegangenen Angebote blieben hinter den Bewertungsvorstellungen zurück. Anstatt Costa „unter Wert“ abzugeben, setzt Coca-Cola nun darauf, die Marke im eigenen Haus weiterzuentwickeln. Das bedeutet zwar vorerst keinen zusätzlichen Mittelzufluss aus einem Verkauf, sorgt aber für mehr Klarheit in der Struktur des Konzernportfolios – ein wichtiger Punkt, da der neue CEO Henrique Braun im März das Ruder übernimmt.

Strategisch ist das ein Signal: Costa soll nicht mehr als Veräußerungsmasse, sondern als interner Wachstumstreiber positioniert werden. Anleger müssen nun darauf setzen, dass Coca-Cola die Marke operativ und digital so einbindet, dass sie tatsächlich zum nächsten Wachstumskapitel beiträgt.

Neuer Digitalchef, klarer Fokus

Parallel zur Costa-Entscheidung schärft Coca-Cola seine Führungsstruktur. Das Unternehmen schafft die neue Position eines Chief Digital Officer (CDO) und besetzt sie zum 31. März 2026 mit Sedef Salingan Sahin.

Sahin ist bereits langjährig im Konzern tätig und leitet derzeit die Operating Unit für Eurasien und den Mittleren Osten. Künftig soll sie:

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  • die digitalen Fähigkeiten des Konzerns beschleunigen
  • Datenanalyse und KI stärker in Prozesse integrieren
  • Effizienz in Lieferketten und Kundenzugang erhöhen

Damit folgt Coca-Cola einem klaren Branchentrend: Anbieter von Konsumgütern investieren massiv in Daten, Automatisierung und personalisierte Ansprache. Für Aktionäre ist die neue Rolle ein Hinweis darauf, dass der Konzern bereit ist, das „Coke“-Ökosystem technologisch aufzurüsten, um Margen zu sichern und neue Umsatzquellen zu erschließen.

Die Kombination aus Costa-Verbleib und Digitaloffensive legt nahe, dass Coca-Cola Wachstum künftig stärker über Markenplattformen und digitale Kanäle sucht, statt über Portfoliobereinigung kurzfristig Kasse zu machen.

Marketingeffekte und Kursverlauf

Kurzfristig sorgte auch ein eher ungewöhnlicher Treiber für Bewegung in der Aktie: Ein viraler Moment mit Fußballstar Lionel Messi und der Marke Sprite löste in sozialen Medien hohe Aufmerksamkeit aus. Analysten beim Portal The Motley Fool sehen darin einen Auslöser für einen temporären Schub der Marktkapitalisierung im Wochenverlauf.

Solche Effekte sind erfahrungsgemäß nur von kurzer Dauer, machen aber deutlich, welchen Hebel das Markengefüge von Coca-Cola – inklusive Submarken wie Sprite – auf Konsumentenstimmung und damit indirekt auch auf die Wahrnehmung am Kapitalmarkt haben kann.

Charttechnisch bleibt das Bild robust: Mit einem Schlusskurs von 70,44 US‑Dollar am Freitag notiert die Aktie nur knapp unter ihrem 52‑Wochen-Hoch und rund 26 % über dem Zwölfmonatstief. Die jüngste Konsolidierung fällt damit moderat aus.

Fazit und Ausblick

Der abgeblasene Costa-Verkauf nimmt Spekulationen über einen schnellen Erlös vom Tisch, erhöht aber den Druck, die Kaffeekette operativ und digital sinnvoll in den Konzern einzubetten. Gleichzeitig setzt Coca-Cola mit der neuen CDO-Rolle ein klares Zeichen in Richtung Daten- und KI-getriebener Optimierung.

In den kommenden Wochen rücken zwei Termine in den Fokus: die nächste Quartalsberichtssaison und der CEO-Wechsel zu Henrique Braun im März. Dann wird sich konkreter ablesen lassen, wie Costa in die Wachstumsagenda eingebaut wird und welche Schwerpunkte das neue Digital-Setup in der Praxis setzt.

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