Der Hamburger KI-Robotik-Spezialist Circus SE hat den Sprung in die Serienfertigung geschafft. Während der Kochroboter CA-1 nun industriell vom Band läuft, reagiert der Kapitalmarkt auf die ehrgeizigen Wachstumspläne bisher mit extremer Zurückhaltung. Das Management verspricht für die kommenden Jahre eine Vervielfachung der Erlöse, muss dafür aber erst die laufenden Pilotprojekte in harte Verträge ummünzen.

Serienreife und namhafte Partner

Mit dem Auftragsfertiger Celestica hat das Unternehmen die Industrialisierung seines Kernprodukts abgeschlossen. Die erste Produktionsstätte ist auf eine Kapazität von bis zu 6.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt. Um diese Auslastung künftig zu erreichen, stützt sich die operative Pipeline aktuell auf mehrere zentrale Pilotprojekte und Rahmenabkommen:

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  • Bundeswehr: Einsatz unter dem Label "Circus Defence" in ausgewählten Kasernen.
  • REWE: Achtmonatige Testphase ("Fresh & Smart") in Düsseldorfer Filialen.
  • Mercedes-Benz: Integration in die Werkkantine Sindelfingen ab Sommer 2026.
  • Ukrainische Armee: Rahmenabkommen über bis zu 25 Systeme für die taktische Mahlzeitversorgung.

Um potenziellen Kunden die hohen Anschaffungskosten der aus 29.000 Einzelteilen bestehenden Roboter zu erleichtern, startet das Unternehmen zudem ein Leasingmodell. Gemeinsam mit einer Tochtergesellschaft der LBBW sollen die Ausgaben in planbare Betriebskosten umgewandelt werden.

Ambitionierte Ziele treffen auf Skepsis

Die Diskrepanz zwischen der operativen Gegenwart und den finanziellen Zielen ist enorm. Einem aktuellen Umsatz von lediglich 250.000 Euro steht eine Prognose für 2026 gegenüber, die Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro vorsieht. Als Fundament für diesen geplanten 220-fachen Umsatzsprung verweist das Unternehmen auf über 8.000 Vorbestellungen. Bislang haben sich diese Absichtserklärungen allerdings kaum in zahlungswirksame Aufträge verwandelt.

Diese Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Chartbild wider. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet das Papier einen Rückgang von fast 71 Prozent auf aktuell 6,66 Euro. Der Titel notiert damit weit unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die tiefe Skepsis der Anleger bezüglich der fehlerfreien Umsetzung der Skalierungspläne unterstreicht. Die Ende vergangenen Jahres gesicherten 30 Millionen Euro an frischem Kapital federn die anlaufenden Produktionskosten vorerst ab.

Der anstehende Investorentag am 28. März in München stellt nun einen entscheidenden Termin dar. Das Management muss dort detaillierte Auslieferungspläne präsentieren und belegen, dass Partner wie Mercedes-Benz oder REWE bereit sind, von der reinen Testphase in verbindliche Kaufverträge überzugehen. Gelingt dieser Nachweis, erhält die ehrgeizige Umsatzprognose ein reales Fundament. Verzögern sich die Auslieferungen weiter, dürfte der Verkaufsdruck auf die Papiere unweigerlich zunehmen.

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