Circus Aktie: Ausweichmanöver nötig?
Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins kaufte Ende Februar eigene Aktien – just nachdem der Kurs ein neues 52-Wochen-Tief markiert hatte. Zeitgleich hält das Management an einer spektakulären Prognose fest: Der Umsatz soll 2026 von 0,25 Millionen Euro auf 44 bis 55 Millionen Euro explodieren. Ein Signal der Überzeugung oder ein Versuch, das sinkende Schiff zu stabilisieren?
Führungsebene greift beherzt zu
Am 24. Februar rutschte die Circus-Aktie auf 7,00 Euro – den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Einen Tag später meldete Heins den Kauf eigener Anteile zu 7,26 Euro, Volumen rund 10.000 Euro. Bereits Ende Januar und Anfang Februar waren im CEO-nahen Umfeld mehrere Zukäufe über eine Beteiligungsgesellschaft erfolgt.
Solche Directors' Dealings sind meldepflichtig und damit öffentlich. Das Timing ist bemerkenswert: Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 40 Prozent verloren, während das Unternehmen 2025 gerade einmal 0,25 Millionen Euro erlöste – bei einem Verlust von rund 15 Millionen Euro.
Von 0,25 auf 55 Millionen Euro Umsatz?
Die Jahresergebnisse 2025 zeigen die Frühphase des Geschäfts in aller Deutlichkeit: Minimale Erlöse, hoher Kapitalbedarf. Doch für 2026 stellt Circus Umsätze zwischen 44 und 55 Millionen Euro in Aussicht – eine Steigerung um den Faktor 175 bis 220. Das EBITDA soll weiterhin negativ bleiben, allerdings nur noch bei -6 bis -8 Millionen Euro.
Die Strategie setzt auf schnelle Skalierung: mehr ausgelieferte Kochroboter CA-1, wachsende Software-Erlöse über das selbst entwickelte CircusOS. Langfristig peilt das Management bis 2028 einen Umsatz von einer Milliarde Euro und eine EBIT-Marge von 30 bis 35 Prozent an. Über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Volumen von mehr als 1,6 Milliarden Euro sollen das Potenzial untermauern.
Pilotprojekte als Lackmustest
Entscheidend wird sein, ob die laufenden Partnerschaften aus der Testphase in zahlungswirkstige Aufträge übergehen. Seit Januar versorgt Circus die Bundeswehr autonom in ausgewählten Kasernen, unter dem Label „Circus Defence". Ein Rahmenabkommen mit der ukrainischen Plattform BRAVE1 zielt auf weitere autonome Verteidigungssysteme.
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Im zivilen Bereich läuft ein achtmonatiger Pilot mit REWE in Düsseldorf. Unter dem Label „Fresh & Smart" bereitet ein vollautonomer Roboter Essen direkt im Supermarkt zu. Erst nach Auswertung von Kundenbefragungen wird über eine breitere Integration entschieden. Ab Sommer 2026 soll zudem die Mercedes-Benz Gastronomie in Sindelfingen beliefert werden.
Serienfertigung angelaufen
Der CA-1 besteht aus über 29.000 Einzelkomponenten und wird in Kooperation mit dem globalen Produktionspartner Celestica gefertigt. Der Roboter verwaltet bis zu 36 gekühlte Zutaten, bereitet gleichzeitig bis zu fünf Gerichte zu und reinigt sich automatisch. Die KI-Software CircusAI koordiniert den gesamten Prozess von der Inventur bis zur Übergabe.
Ein geplantes Leasing-Modell mit MMV Leasing soll noch im ersten Quartal 2026 starten, um hohe Anschaffungskosten für Kunden in planbare Betriebsausgaben zu überführen. Das könnte die Akzeptanz in kleineren Betrieben erhöhen.
Wachstumskapital wird geprüft
Die Gesellschaft prüft derzeit die Aufnahme zusätzlichen Kapitals, ohne konkrete Entscheidungen getroffen zu haben. Angesichts des hohen Kapitalbedarfs und der weiterhin negativen Profitabilität dürfte eine Finanzierung früher oder später notwendig werden – nur zu welchen Konditionen, ist offen.
Die Zwischenergebnisse aus den Pilotphasen liefern die Datenbasis dafür, ob Auslieferungen tatsächlich skalieren und ob eine Finanzierung auf belastbarem Fundament stehen kann. Das Jahr 2026 wird zeigen, ob die angekündigte Umsatzexplosion Realität wird oder ob die Insiderkäufe vorerst ein einsames Signal bleiben.
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