Nach einem nervösen Wochenstart hat AeroVironment gleich mehrere Themen auf dem Tisch, die den Blick der Anleger wieder nach vorn lenken: frische Aufträge aus dem Pentagon, eine Produktionsoffensive – und gleichzeitig Unsicherheit bei einem Prestigeprogramm der Space Force. Genau diese Mischung aus Rückenwind und Risiko erklärt, warum die Aktie zuletzt so sprunghaft reagierte. Was wiegt am Ende schwerer?

Von SCAR-Sorgen zu Army-Aufträgen

Anfang der Woche drehte die Stimmung zunächst nach oben, als geopolitische Spannungen für zusätzlichen Rückenwind im Verteidigungssektor sorgten. Doch die Euphorie hielt nicht lange. Auslöser für den Stimmungswechsel war die Nachricht, dass die U.S. Space Force das Bieterverfahren für das 1,4 Milliarden Dollar schwere SCAR-Programm (Satellite Communications Augmentation Resource) wieder geöffnet hat – ein Auftrag, der nach der BlueHalo-Übernahme 2025 als besonders wertvoll galt.

Passend dazu stufte Raymond James die Aktie am 2. März von „Strong Buy“ auf „Underperform“ ab. Die Begründung: Im schlimmsten Fall könnte der Auftragsbestand (“Backlog”) um 1,0 bis 1,4 Milliarden Dollar schrumpfen – bei zuletzt insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Das ist kein Detail, sondern ein echter Hebel für die mittelfristige Planungssicherheit.

Vertragsserie und Fabrik-Ausbau in Albuquerque

Bis Freitag drehte das Bild dann wieder deutlich: Ein zentraler Kurstreiber war ein 186-Millionen-Dollar-Lieferauftrag der U.S. Army für Switchblade-Munition (Switchblade 600 Block 2 und Switchblade 300 Block 20). Der Auftrag läuft unter einem übergeordneten Rahmenvertrag über 990 Millionen Dollar. AeroVironment beziffert die jährliche Produktionsrate aktuell auf 14.400 Switchblade-Einheiten – ein Hinweis darauf, dass Skalierung hier ein Kernthema ist.

Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen einen auf drei Jahre angelegten Forschungs- und Entwicklungsauftrag der U.S. Army über 97,4 Millionen Dollar. Im Rahmen des AMTC-Konsortiums soll das Testsystem GENESIS entstehen, eine Hardware-in-the-Loop-Umgebung zur Validierung moderner Raketenabwehr-Technologie. Das Projekt soll Aktivitäten am Redstone Arsenal stärken.

Parallel läuft das SCAR-Thema weiter: AeroVironment spricht von aktiven Verhandlungen mit der Space Force, um den Vertrag zur Lieferung von BADGER-Phased-Array-Bodenstationen anzupassen. Flankierend dazu kündigte der Konzern an, die Fertigungskapazitäten in Albuquerque auszubauen – explizit auch zur Unterstützung von Space- und Directed-Energy-Plattformen inklusive SCAR-Produktion.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei AeroVironment?

Für den Standort Albuquerque sind über 30 Millionen Dollar an Investitionen geplant, verteilt auf drei Standorte. New Mexico und die Stadt Albuquerque steuern leistungsabhängige Anreize von 6 Millionen Dollar bei, gekoppelt an Einstellungsziele. Genannt werden über 450 gut bezahlte Jobs sowie ein erwarteter wirtschaftlicher Effekt von mehr als 670 Millionen Dollar über zehn Jahre.

Zahlenlage, CFO-Wechsel und die nächsten Termine

Operativ zeigt der jüngste Finanzrahmen Rückenwind: Nach einem Q2-Umsatz von 472,5 Millionen Dollar (+151% zum Vorjahr) hob AeroVironment die Jahresprognose auf 1,95 bis 2,0 Milliarden Dollar an. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Nettoverlust aus fortgeführten Aktivitäten von 17,1 Millionen Dollar – auch im Zusammenhang mit spürbaren Investitionen (Capex), unter anderem für die Expansion in Albuquerque. Die Bilanzdaten: 5,6 Milliarden Dollar Gesamtvermögen, 359 Millionen Dollar Cash, Debt-to-Equity von 0,19.

Dazu kommt ein personeller Faktor: CFO Kevin McDonnell geht zum 31. Juli 2026 in Ruhestand. Bis dahin begleitet er den Übergang; ein Nachfolger wird gesucht.

An der Börse blieb die Woche dennoch ein Wechselbad. Am Freitag schloss die Aktie bei 197,95 Euro (+4,10%). Auf Sicht von 30 Tagen steht jedoch ein Minus von 9,20% zu Buche – ein Zeichen dafür, wie stark die SCAR-Unsicherheit nachwirkt.

Konkrete nächste Fixpunkte sind bereits gesetzt: Die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Quartal endete am 31. Januar 2026) kommen nach US-Börsenschluss am 10. März. Am 18. März folgt ein Auftritt von CEO Wahid Nawabi und CFO McDonnell auf der J.P.-Morgan-Industrials-Konferenz – inklusive „Fireside Chat“, der erfahrungsgemäß auch zur Einordnung der Auftragslage genutzt wird.

Anzeige

AeroVironment-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AeroVironment-Analyse vom 7. März liefert die Antwort:

Die neusten AeroVironment-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AeroVironment-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

AeroVironment: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...