Die Circus SE kämpft an der Börse gegen den Abwärtstrend, der Kurs notiert in unmittelbarer Nähe zum 52-Wochen-Tief. Doch während Anleger angesichts der massiven Diskrepanz zwischen IST-Zahlen und Zukunftsvisionen flüchten, zeigt sich die Führungsebene demonstrativ optimistisch. Mit eigenen Aktienkäufen und einer aggressiven Umsatzprognose für 2026 stellt das Management nun seine Glaubwürdigkeit auf die Probe.

Mit einem aktuellen Kurs von 6,94 Euro am Freitag handelt das Papier gefährlich nahe am erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief von 6,86 Euro. Der Abstand zum Hoch bei über 24 Euro beträgt mittlerweile rund 71 Prozent. In dieses fallende Messer griff zuletzt Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins. Er erwarb Aktien im Wert von rund 10.000 Euro, kurz nachdem auch aus dem Umfeld des CEO Käufe über eine Beteiligungsgesellschaft gemeldet wurden. Marktbeobachter werten dies als Versuch, Vertrauen in die Strategie zu demonstrieren.

Gewaltige Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Diese zur Schau gestellte Zuversicht steht im krassen Gegensatz zu den nackten Zahlen des Jahres 2025. Einem minimalen Umsatz von 0,25 Millionen Euro stand ein Betriebsverlust von knapp 15 Millionen Euro gegenüber. Für das laufende Jahr 2026 stellt das Unternehmen nun einen Umsatzsprung auf 44 bis 55 Millionen Euro in den Raum – eine Steigerung um das bis zu 220-Fache.

Das operative Ergebnis (EBITDA) soll dabei allerdings mit prognostizierten -6 bis -8 Millionen Euro weiterhin tiefrot bleiben. Die Strategie basiert vollständig auf Skalierung: Das Unternehmen verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von 1,6 Milliarden Euro. Ob diese "Soft Orders" in harte Währung umgemünzt werden können, ist der entscheidende Faktor für das Überleben der Firma.

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Prominente Piloten unter Zugzwang

Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, muss die Technologie nun im Feld bestehen. Seit Januar läuft ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Versorgung in Kasernen unter dem Label „Circus Defence". Parallel dazu wurde ein Rahmenabkommen mit der ukrainischen Plattform BRAVE1 unterzeichnet, um autonome Systeme im Verteidigungssektor zu etablieren.

Im zivilen Sektor testet der Einzelhandelsriese REWE den Kochroboter CA-1 derzeit in Düsseldorf. Der Automat bereitet bis zu fünf Gerichte gleichzeitig zu und reinigt sich selbstständig. Erst nach der achtmonatigen Testphase entscheidet sich, ob aus dem Experiment ein flächendeckender Rollout wird. Ab Sommer 2026 soll zudem die Mercedes-Benz Gastronomie im Werk Sindelfingen beliefert werden.

Finanzierung bleibt der Knackpunkt

Trotz der technologischen Fortschritte und rund 40 Patenten bleibt die Kapitaldecke ein Dauerthema. Zwar kooperiert Circus für den Marktzugang nun mit der MMV Leasing, doch das Unternehmen prüft weiterhin die Aufnahme von zusätzlichem Wachstums- oder Fremdkapital. Ohne konkrete Angaben zu Umfang oder Zeitpunkt sorgt dies für Unsicherheit am Markt.

Für Anleger entscheidet sich in den kommenden Monaten alles an der Umwandlungsquote der Pilotprojekte. Nur wenn aus den Tests bei REWE und der Bundeswehr zeitnah zahlungswirksame Daueraufträge werden, lässt sich die enorme Bewertungsdiskrepanz schließen und die Finanzierung auf ein stabiles Fundament stellen.

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