Die Aktie steckt in einem unangenehmen Spagat: Kursdruck und neues Jahrestief auf der einen Seite, Zuversicht aus dem Management auf der anderen. Denn aus der Führungsebene kamen zuletzt Insiderkäufe – und gleichzeitig hält das Unternehmen an einer sehr ambitionierten Umsatzprognose für 2026 fest. Wie belastbar ist dieser Optimismus, wenn die Basis 2025 noch extrem klein war?

Insiderkäufe nach dem Tief

Kurz nach dem Rutsch auf das jüngste Tief griff Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zu. Gemeldet wurde der Kauf am 25. Februar zu 7,26 Euro je Aktie, das Volumen lag bei rund 10.000 Euro.

Auch Ende Januar und Anfang Februar gab es im CEO-nahen Umfeld mehrere Zukäufe über eine Beteiligungsgesellschaft. Für sich genommen sind Directors’ Dealings erst einmal nur eine Pflichtmeldung. In der Häufung ergibt sich aber ein klares Signal: In der Führung glaubt man offenbar an eine bessere Zukunft als der Kurs derzeit einpreist.

Zahlen 2025 vs. Plan 2026: die große Lücke

Die Realität 2025 fällt nüchtern aus: 0,25 Mio. Euro Umsatz standen einem Betriebsverlust von knapp 15 Mio. Euro gegenüber. Das unterstreicht, wie früh das Unternehmen noch in der Investitions- und Aufbauphase steckt.

Umso größer ist der Sprung, den das Management für 2026 erwartet: 44 bis 55 Mio. Euro Umsatz. Gleichzeitig soll das EBITDA weiterhin negativ bleiben, mit -6 bis -8 Mio. Euro. Die Story basiert damit klar auf Skalierung: mehr Auslieferungen und perspektivisch mehr wiederkehrende Software-Erlöse (SaaS).

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Als Einordnung nennt das Unternehmen zudem über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Mrd. Euro. Der Haken ist bekannt – und entscheidend: Laut Unternehmen hängt die Umwandlung in zahlungswirksame Aufträge von laufenden Pilotprojekten ab.

Pilotprojekte als Gradmesser – und Kapitalfrage im Hintergrund

Operativ laufen mehrere Initiativen parallel: Seit Januar besteht ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen, der Kochroboter CA-1 wird dabei unter „Circus Defence“ eingesetzt. Zusätzlich gibt es ein Rahmenabkommen mit BRAVE1, einer ukrainischen Plattform für Verteidigungstechnologie, zunächst fokussiert auf autonome Versorgungssysteme.

Im zivilen Bereich testet REWE in Düsseldorf acht Monate lang das Konzept „Fresh & Smart“. Erst nach Auswertung der Testphase und Kundenbefragungen soll über eine breitere Integration entschieden werden. Ab Sommer 2026 ist zudem eine Lieferung an die Mercedes-Benz Gastronomie für die Werkskantine in Sindelfingen geplant. Für den Marktzugang via Finanzierung kooperiert das Unternehmen außerdem mit MMV Leasing (LBBW-Tochter), der Start ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.

Während diese Projekte laufen, bleibt der Kapitalbedarf ein Thema: Das Unternehmen prüft zusätzliches Wachstumskapital in Form von Eigen- oder Fremdkapital, ohne Umfang oder Zeitpunkt zu konkretisieren.

Kursseitig ist die Nervosität sichtbar. Nach dem neuen 52‑Wochen‑Tief bei 6,86 Euro liegt der aktuelle Kurs heute bei 7,00 Euro (+2,04%) – allerdings weiterhin rund 71% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 24,20 Euro.

Am Ende hängt die Glaubwürdigkeit der 2026er-Prognose an einem Punkt: ob die Pilotphasen in den kommenden Monaten tatsächlich in skalierbare Auslieferungen und zahlungswirksame Aufträge münden – und ob sich eine mögliche Finanzierung dann auf ein stabileres Fundament stützen lässt.

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