Chevron Aktie: Wheatstone bleibt offline
Tropical Cyclone Narelle hat bei Chevrons australischen LNG-Anlagen unterschiedliche Spuren hinterlassen. Während das Gorgon-Werk wieder läuft, steht Wheatstone noch für Wochen still — und CEO Mike Wirth warnt derweil vor einem Ölmarkt, der die wahre Versorgungslage systematisch unterschätzt.
Gorgon erholt, Wheatstone beschädigt
Am Sonntag bestätigte Chevron, dass alle drei Produktionsturbinen der Gorgon-Anlage auf Barrow Island wieder in Betrieb sind. Die Kapazität liegt bei 15,6 Millionen Tonnen LNG pro Jahr — die Anlage läuft wieder auf vollem Niveau.
Anders sieht es beim Wheatstone-Werk nahe Onslow aus. Der Zyklon verursachte erhebliche Schäden sowohl an der Onshore-Anlage als auch auf der Offshore-Plattform. Das Management rechnet mit einem Ausfall von mehreren Wochen, bevor die Anlage mit einer Jahreskapazität von 8,9 Millionen Tonnen wieder vollständig produziert. Zusammen mit anderen regionalen Störungen entfallen auf diese australischen Ausfälle aktuell rund 8,4 Prozent des weltweiten LNG-Handels.
Wirth warnt vor unterschätztem Angebotsrisiko
CEO Mike Wirth richtete am Wochenende eine deutliche Warnung an die Energiemärkte. Seiner Einschätzung nach agieren Ölhändler auf Basis unvollständiger Informationen und unterschätzen die logistischen Schäden durch den Nahost-Konflikt erheblich.
Konkret verweist Wirth auf die faktische Schließung der Straße von Hormus, durch die normalerweise 20 Prozent der globalen Ölversorgung fließen. Der Tankerverkehr sei stark zurückgegangen, arabische Golfstaaten sähen sich zu Produktionskürzungen gezwungen, weil Exportrouten blockiert seien. Die aktuellen Ölpreise spiegelten diese physische Realität nach Ansicht des CEO noch nicht angemessen wider.
Kalifornien als weiterer Risikofaktor
Auch im Inland wächst der Druck. Raffinerie-Chef Andy Walz warnte vor einem drohenden Energienotstand in Kalifornien, da der Staat stark auf Kraftstoffimporte aus Asien angewiesen ist — Lieferungen, die durch die Hormuz-Störungen gefährdet sind.
Chevron knüpft den Verbleib seiner kalifornischen Raffinerien an politische Reformen: Geplante Änderungen am staatlichen Cap-and-Invest-Programm könnten die verbleibenden Anlagen mit bis zu 500 Millionen Dollar zusätzlich belasten. Ohne Anpassungen bei Steuer- und Klimaregulierung schließt das Unternehmen einen Rückzug aus dem Bundesstaat innerhalb eines Jahrzehnts nicht aus.
Kurs auf Jahreshoch
An der Börse honorieren Anleger die Entwicklung: Die Chevron-Aktie markierte am Freitag mit 183,46 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch — ein Plus von rund 38 Prozent seit Jahresbeginn. Morgan Stanley bewertet den Titel mit „Overweight".
Auf der Kapitalrückgabeseite zahlte Chevron am 10. März eine Quartalsdividende von 1,78 Dollar je Aktie — vier Prozent mehr als zuvor. Zudem passte der Vorstand die Satzung an, um John Hess nach der Übernahme von Hess Corporation eine Schlüsselrolle im Board zu ermöglichen, obwohl er nach NYSE-Standards nicht als unabhängiger Direktor gilt.
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