Binnen weniger Stunden verlor Rohöl heute mehr als 28 Dollar je Barrel – ein Einbruch, der seinesgleichen sucht. Auslöser war eine überraschende politische Aussage aus Washington, die den gesamten Energiesektor durcheinanderwirfelt. Chevron steht damit vor einer seltenen Konstellation: Ein sich entspannender Ölpreis trifft auf weiterhin gestörte physische Lieferketten.

Der historische Preissturz im Detail

Brent-Rohöl erreichte heute ein Tageshoch von 119,50 Dollar – und fiel anschließend auf rund 91 Dollar zurück. WTI folgte demselben Muster und sank auf etwa 87 Dollar, nachdem es zuvor noch über 100 Dollar gehandelt worden war.

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Der Auslöser: US-Präsident bezeichnete die militärische Lage gegenüber dem Iran als „sehr abgeschlossen" – ein Signal, das Märkte als mögliches Kriegsende interpretierten. Die zuvor aufgebauten Risikoprämien, die Öl auf Mehrjahreshochs getrieben hatten, wurden innerhalb kürzester Zeit abgebaut.

Physische Versorgung bleibt angespannt

Die Preiskorrektur täuscht darüber hinweg, dass die reale Versorgungslage noch immer angespannt ist. Iraks Ölproduktion aus den südlichen Feldern ist aufgrund der gesperrten Schifffahrtsrouten um rund 70 Prozent eingebrochen – auf nur noch 1,3 Millionen Barrel pro Tag. Lagerkapazitäten sind laut irakischen Ölfunktionären bereits ausgeschöpft. Kuwait hat für bestimmte Lieferungen Höhere Gewalt erklärt.

Die G7-Staaten beraten daher aktuell über eine koordinierte Freigabe strategischer Reserven von 300 bis 400 Millionen Barrel aus einem Gesamtbestand von rund 1,2 Milliarden Barrel. Die US-Strategische Ölreserve hält derzeit etwa 415 Millionen Barrel – eine Freigabe in diesem Umfang wäre historisch beispiellos.

Die Meerenge von Hormus, durch die rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung fließen, bleibt der entscheidende Engpass. Solange ihr Status ungeklärt ist, dürfte der Preisrückgang nur begrenzt auf die physische Versorgung durchschlagen.

Berkshire Hathaway lässt Chevron aus

Parallel zur Marktturbulenzen kam ein institutionelles Signal: Greg Abel, der neue CEO von Berkshire Hathaway, veröffentlichte seinen ersten Aktionärsbrief – und listete Chevron trotz eines Portfolioanteils von rund 6,5 Prozent nicht unter den explizit genannten „Kernbeteiligungen" auf. Stattdessen nannte Abel Apple, American Express, Coca-Cola und Moody's als strategische Langfristpositionen.

Bemerkenswert ist dies, weil Berkshire seit dem zweiten Quartal 2023 kontinuierlich in Chevron investiert hatte. Die Auslassung bedeutet nicht zwingend einen Kurswechsel, dürfte aber Fragen über die strategische Ausrichtung der neuen Führung aufwerfen.

Ausblick

Für Chevron hängt die weitere Kursentwicklung von zwei unabhängigen Faktoren ab: der Geschwindigkeit, mit der sich die geopolitische Lage um den Iran tatsächlich entspannt, und der Frage, wie schnell die physischen Lieferketten wieder funktionieren. Solange der Strait of Hormuz eingeschränkt bleibt, dürfte der Ölpreis trotz heute gesunkener Risikoprämien nicht dauerhaft unter Druck bleiben – was für einen integrierten Ölkonzern wie Chevron mittelfristig stabilisierend wirkt.

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