IBM hat innerhalb von 24 Stunden zwei strategisch bedeutsame Vereinbarungen bekanntgegeben – eine Forschungskooperation an der Grenze des technisch Machbaren und einen KI-Beratungsauftrag im Finanzdienstleistungssektor. Das zeigt, wie breit IBM seine Wachstumsstrategie aufstellt. Doch die Aktie notiert trotzdem deutlich unter ihren Höchstständen.

Chip-Forschung jenseits der 1-Nanometer-Grenze

Am heutigen 10. März gaben IBM und der Halbleiterhersteller Lam Research eine fünfjährige Kooperationsvereinbarung bekannt. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Materialien und Fertigungsprozessen für Logikchips unterhalb der 1-Nanometer-Grenze – ein Bereich, in dem bislang keine kommerzielle Fertigung existiert.

Die Partnerschaft knüpft an eine mehr als zehnjährige Zusammenarbeit an, aus der bereits frühe 7-Nanometer-Prozesse und EUV-Lithografieverfahren hervorgingen. Konkret sollen Nanosheet- und Nanostack-Transistorarchitekturen sowie rückseitige Stromversorgungskonzepte entwickelt werden. Lam bringt dabei spezialisierte Ätz-, Abscheide- und Lithografiesysteme ein. IBM sieht in der Kombination dieser Technologien einen möglichen Weg zu leistungsfähigeren und energieeffizienteren Chips für KI-Anwendungen.

KI-Beratung als zweites Standbein

Einen Tag zuvor, am 9. März, wurde ein weiterer Vertrag bekannt: Der Finanzdienstleister SEI beauftragt IBM Consulting mit einer umfassenden Transformation seiner Betriebsprozesse auf Basis sogenannter agentischer KI. Dabei handelt es sich um KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen können.

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SEI wird dafür IBMs Enterprise-Advantage-Plattform einsetzen. IBM soll zunächst bestehende Abläufe und Datensysteme analysieren, um anschließend Automatisierungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Das Ziel: schnellere Prozesse, weniger Routineaufwand, bessere Kundenerfahrung.

Der Auftrag passt in IBMs übergeordnete KI-Strategie. Das Unternehmen baut sein Beratungsgeschäft rund um agentische KI systematisch aus – unter anderem durch ein dediziertes Innovationszentrum, in dem Kunden eigene KI-Agenten entwickeln und testen können. Das KI-Auftragsvolumen liegt inzwischen bei über 12,5 Milliarden US-Dollar.

Starke Fundamentaldaten, aber Skepsis bleibt

Finanziell ist IBM solide aufgestellt. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 9 Prozent – das stärkste Quartalswachstum seit mehr als drei Jahren. Der freie Cashflow für das Gesamtjahr 2025 erreichte 14,7 Milliarden US-Dollar, den höchsten Wert seit über einem Jahrzehnt. Für 2026 peilt das Management einen freien Cashflow von rund 15,7 Milliarden US-Dollar an.

Dennoch steht die Aktie seit Jahresbeginn unter Druck und liegt aktuell bei 215,20 Euro – rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Ausgelöst wurde der Kursrückgang vor allem durch die Ankündigung des KI-Unternehmens Anthropic, COBOL-Systeme modernisieren zu können. IBM ist traditionell ein zentraler Dienstleister für Unternehmen, die auf dieser älteren Programmiersprache aufgebaut haben. Ob IBMs eigene KI-Offensive diesen Wettbewerbsdruck kompensieren kann, wird sich im Verlauf des Jahres zeigen – spätestens mit den nächsten Quartalszahlen.

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