Während die Aktie auf einem Mehrjahrestief notiert, setzt Carl Zeiss Meditec auf Digitalisierung: Mit ZEISS Collaborative Care präsentierte der Medizintechnik-Konzern gestern eine cloudbasierte Plattform für die Augenheilkunde. Der Launch erfolgt zu einer Zeit, in der das Unternehmen aus Jena operativ unter massivem Druck steht – die Q1-Zahlen fielen deutlich schwächer aus, die Jahresprognose wurde kassiert.

Cloud-Plattform für vernetzte Augenmedizin

ZEISS Collaborative Care ermöglicht Augenärzten und Optometristen den digitalen Austausch klinischer Daten sowie strukturierte Überweisungen in Echtzeit. Die browserbasierte Lösung kann eigenständig oder als Erweiterung des bestehenden ZEISS FORUM-Systems eingesetzt werden. Erste öffentliche Demonstrationen sind für den 100% Optical Kongress in London (28. Februar bis 2. März) und die Vision Expo in Orlando (11. bis 14. März) geplant.

Die neue Software adressiert fragmentierte Prozesse in der ophthalmologischen Versorgungskette – ein Bereich, in dem Carl Zeiss Meditec sich stärker gegen Wettbewerber wie Alcon und Johnson & Johnson positionieren will.

Schwacher Jahresauftakt belastet operativ

Der Produktlaunch kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 enttäuschte. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro, das EBITA brach um 77 Prozent auf nur 8,1 Millionen Euro ein. Die operative Marge rutschte von 7,2 auf 1,7 Prozent. Unterm Strich stand ein Verlust je Aktie von 0,06 Euro.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Carl Zeiss Meditec?

Besonders die Americas-Region schwächelte mit einem währungsbereinigten Minus von 12,7 Prozent. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen negative Währungseffekte durch den schwächeren US-Dollar und chinesischen Yuan sowie einen ungünstigen Produktmix. Der Rückzug der bifokalen Intraokularlinse aus der chinesischen Ausschreibung traf zusätzlich.

Prognose ausgesetzt – Klarheit erst im Mai

Bereits Ende Januar hatte Carl Zeiss Meditec die Jahresprognose vorübergehend zurückgezogen. Die ursprünglich anvisierten 2,3 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITA-Marge von 12,5 Prozent sind nicht mehr erreichbar. Eine aktualisierte Guidance soll spätestens mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai folgen – zusammen mit Details zu Kostensenkungen, beschleunigter Produktlokalisierung und einer Neupriorisierung der Forschungsaktivitäten.

Die Aktie hat seit dem Jahreshoch im März vergangenen Jahres über 60 Prozent an Wert verloren und handelt nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 25,46 Euro. Bis zur Hauptversammlung am 26. März dürfte die operative Entwicklung das zentrale Thema bleiben.

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Carl Zeiss Meditec-Analyse vom 24. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Carl Zeiss Meditec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Carl Zeiss Meditec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Carl Zeiss Meditec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...