Der französische Recycling-Spezialist Carbios hat Anfang Dezember mit seiner China-Expansion für Aufsehen gesorgt. Doch statt nachhaltigem Kursaufschwung folgte eine harte Korrektur: Von knapp 16 Euro ging es binnen weniger Wochen um rund 30 Prozent bergab. Was steckt hinter dieser Gegenbewegung – und ist die Technologie-Story damit infrage gestellt?

Die Eckdaten:

  • Joint Venture mit Wankai New Materials für 50.000-Tonnen-Anlage in China
  • Mehrjährige Lieferverträge mit Getränkeindustrie gesichert
  • Kurs aktuell bei 11,05 Euro nach Höchststand von 15,19 Euro
  • Jahresperformance dennoch bei +52 Prozent

China-Projekt validiert Technologie

Die am 2. Dezember finalisierte Vereinbarung mit Wankai New Materials gilt als operativer Meilenstein. Der chinesische PET-Produzent übernimmt 70 Prozent am Joint Venture, Carbios hält 30 Prozent. Ziel ist der Bau einer Biorecycling-Anlage mit 50.000 Tonnen Kapazität – ein direkter Zugang zum weltgrößten Kunststoffmarkt.

Parallel dazu sicherte das Unternehmen Ende November mehrjährige Abnahmeverträge mit führenden Getränkekonzernen. Diese Vorverträge decken einen signifikanten Teil der geplanten Produktion im französischen Werk Longlaville ab. Das kommerzielle Risiko der Skalierung sinkt damit merklich.

Warum der Kursrutsch?

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Trotz positiver Nachrichten setzte unmittelbar nach der Euphorie eine technische Gegenbewegung ein. Der Titel verlor innerhalb weniger Handelstage über ein Viertel seines Wertes. Marktbeobachter werten dies als typische Gewinnmitnahme nach einem rasanten Anstieg – kombiniert mit realistischerer Bewertung der Umsetzungsdauer.

Die China-Anlage wird frühestens 2027 in Betrieb gehen. Bis dahin bleibt Carbios ein Unternehmen im Übergang von der Technologieentwicklung zur industriellen Produktion. Diese Phase birgt Finanzierungs- und Ausführungsrisiken, die der Markt aktuell einpreist.

Kritische Zone erreicht

Charttechnisch hat die Aktie nun die Unterstützung um 11 Euro getestet. Ein Unterschreiten könnte weiteren Abgabedruck auslösen, während eine Stabilisierung die Basis für eine Neubewertung der fundamentalen Fortschritte bilden würde. Der RSI von 33,3 signalisiert bereits überverkauftes Terrain.

Die strategische Ausrichtung bleibt intakt: Die Technologie ist validiert, Industriepartner stehen bereit, und die Kommerzialisierung läuft planmäßig. Der Markt fordert derzeit jedoch einen Risikoabschlag für die mehrjährige Umsetzungsphase der Großprojekte. Ob die aktuelle Korrektur eine Kaufgelegenheit oder Vorbote weiterer Schwäche ist, hängt von der Stabilität im Bereich von 11 Euro ab.

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