Bei der italienischen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) verschärft sich der Führungskonflikt kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung. Nachdem der Verwaltungsrat CEO Luigi Lovaglio entmachtet hat, wehrt sich das Institut nun mit offiziellen Beschwerden bei der EZB und der Marktaufsicht gegen eine alternative Kandidatenliste. Im Kern geht es um die Frage, wer die milliardenschwere Integration von Mediobanca künftig steuern darf.

Klagen gegen alternative Wahlliste

Der interne Machtkampf konzentriert sich auf die Nominierung des neuen Verwaltungsrats. Während das aktuelle Gremium offiziell Fabrizio Palermo als neuen CEO-Kandidaten vorschlägt, reichte der Minderheitsaktionär PLT Holding eine Gegenliste ein. Diese sieht vor, den gerade erst abgesetzten Luigi Lovaglio im Amt zu halten.

Die Bank reagierte umgehend mit juristischen Schritten und reichte Beschwerden bei der Europäischen Zentralbank (EZB), der italienischen Consob und der Bank von Italien ein. Die Rechtsvertreter von MPS werfen Lovaglio vor, seine Abstimmung mit der PLT Holding nicht rechtzeitig offengelegt zu haben. Zudem stehen mögliche Interessenkonflikte und Verstöße gegen regulatorische Genehmigungsprozesse im Raum.

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Interimslösung bis zur Hauptversammlung

Da Lovaglios Befugnisse mit sofortiger Wirkung widerrufen und seine Rolle als Generaldirektor suspendiert wurde, führt nun der stellvertretende Generaldirektor Maurizio Bai die Geschäfte. Diese Übergangslösung soll bis zur Aktionärsversammlung am 15. April 2026 bestehen bleiben. Marktbeobachter werten den Personalwechsel als weitgehend eingepreist. Fabrizio Palermo gilt als Kandidat, dessen Profil eng mit den strukturellen Zielen und der laufenden industriellen Transformation der Bank verknüpft ist.

Trotz der Unruhe in der Führungsetage zeigt sich die Aktie heute mit einem Plus von 1,13 % bei 7,58 € stabil, wenngleich der Titel seit Jahresbeginn fast 19 % an Wert verloren hat.

Milliardenfusion auf dem Prüfstand

Die Tragweite des Streits ergibt sich aus der laufenden Integration nach der rund 17 Milliarden Euro schweren Übernahme von Mediobanca. Unterstützer der alternativen Liste um den Investor Pierluigi Tortora argumentieren, dass Lovaglio unverzichtbar sei, um die prognostizierten jährlichen Synergien von 700 Millionen Euro zu realisieren. Der Verwaltungsrat hingegen forciert den Führungswechsel, um eine neue Phase der strategischen Aufsicht einzuleiten.

Die Entscheidung über die künftige Ausrichtung fällt am 15. April auf der ordentlichen Hauptversammlung. Bis zum Stichtag am 2. April wird sich zeigen, ob Großaktionäre wie Caltagirone, der aktuell 11,45 % der Anteile hält, ihren Einfluss durch Zukäufe weiter ausbauen. Am 6. Mai folgen die ersten Quartalszahlen, die eine erste fundamentale Bewertung der Bank unter der bis dahin geklärten Führung ermöglichen.

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