BYD geht mit deutlich gebremstem Wachstum und spürbarem Konkurrenzdruck ins neue Jahr. Nach der schwächsten Umsatzdynamik seit fünf Jahren rückt für Investoren ein Punkt stärker in den Mittelpunkt: Ergebnisqualität statt reiner Stückzahl.

Der Jahresendspurt fiel enttäuschend aus, während das Auslandsgeschäft rasant wächst. Gleichzeitig steigt die Verschuldung deutlich. Wie stabil ist das aktuelle Geschäftsmodell?

Absatz 2025: Schwächerer Jahresendspurt

Die Dezember-Zahlen zeigen klaren Gegenwind. BYD lieferte im Dezember rund 414.800 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von 18,3 % im Jahresvergleich und der stärkste monatliche Einbruch seit fast zwei Jahren. Damit setzte sich eine Serie von vier Monaten mit sinkenden Verkaufszahlen fort.

Im Gesamtjahr 2025 kam der Konzern auf 4,54 Millionen ausgelieferte Pkw. Das entspricht einem Plus von 6,94 % gegenüber 2024 und damit der geringsten Wachstumsrate seit fünf Jahren. Das angepasste Jahresziel von 4,6 Millionen Fahrzeugen wurde erreicht, nachdem BYD dieses im September angesichts nachlassender Inlandsnachfrage um 16 % abgesenkt hatte.

Wichtige Kennzahlen 2025 im Überblick:

  • Gesamtjahresabsatz: 4,6 Mio. Fahrzeuge (+7,73 % YoY)
  • Dezember-Auslieferungen: 414.784 Fahrzeuge (-18,3 % YoY)
  • Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV): 2,26 Mio. Einheiten (+27,9 % YoY)
  • Auslandsverkäufe: 1.046.083 Fahrzeuge (+150,7 % YoY)

Preiskampf und Margendruck

Der chinesische E-Auto-Markt ist hoch kompetitiv. BYD hatte im Mai 2025 umfassende Preissenkungen über mehr als 20 Modelle hinweg umgesetzt. Diese Rabattrunde setzte die gesamte chinesische Autoindustrie an der Börse unter Druck.

Die aggressive Preispolitik führte zu Sorgen um die Profitabilität in der Branche. Der Vorstandschef von Great Wall Motor sprach öffentlich von einem „ungesunden Zustand“ im weltgrößten Automarkt.

BYD reagierte mit gedrosselter Produktion und verzögerten Kapazitätserweiterungen. Unternehmenschef Wang Chuanfu räumte auf einer Investorenkonferenz im Dezember ein, dass die technologische Führungsrolle unter Druck steht, kündigte aber für 2026 größere Innovationen an.

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Auslandsgeschäft als Wachstumstreiber

Angesichts der schwächeren Dynamik im Heimatmarkt gewinnt das internationale Geschäft an Bedeutung. Die Auslandsverkäufe legten 2025 um 150,7 % auf über eine Million Fahrzeuge zu. Für 2026 peilt das Management bis zu 1,6 Millionen Einheiten außerhalb Chinas an.

Besonders Europa entwickelt sich zur Schlüsselregion. Die Verkäufe dort kletterten um 235 %, während die Zulassungen von Tesla auf dem Kontinent um fast 40 % einbrachen. In Ungarn soll 2026 das erste europäische Werk den Betrieb aufnehmen, ausgelegt auf eine Jahresproduktion von 150.000 kompakten Elektro-Limousinen.

In Südostasien hat BYD seine Position bereits deutlich gefestigt. In Singapur avancierte die Marke 2025 zum meistverkauften Auto und überholte Toyota.

Drei zentrale Belastungstests 2026

Marktbeobachter sehen für das laufende Jahr mehrere kritische Prüfsteine für die Aktie:

  • Margenstabilität: Kann BYD trotz anhaltendem Preiskampf über Kostenkontrolle und einen höheren Auslandsanteil die Profitabilität sichern?
  • Werksauslastung: Werden Auslandswerke und neue Kapazitäten spürbare Renditen auf die getätigten Investitionen liefern?
  • Beitrag von Software und Energiesparte: Werden diese Bereiche ergebniswirksam, statt nur den Umsatz zu erhöhen?

Hinzu kommt eine stark gestiegene Verschuldung. Die langfristigen Verbindlichkeiten wuchsen seit Jahresbeginn um 640 % auf über 61 Mrd. RMB. Vor dem Hintergrund des verlangsamten Wachstums rückt damit auch die Kapitalallokation stärker in den Fokus.

Konkurrenz mit Tesla

Im Segment der batterieelektrischen Fahrzeuge steht BYD vor einem symbolträchtigen Schritt: Erstmals dürfte der Konzern Tesla bei den jährlichen BEV-Verkäufen überholen. Mit 2,26 Millionen verkauften E-Autos liegt BYD klar über den erwarteten 1,64 Millionen Auslieferungen von Tesla.

Gleichzeitig bedienen beide Hersteller unterschiedliche Marktsegmente. Tesla positioniert sich mit höherpreisigen Modellen, während BYD mit den Serien „Ocean“ und „Dynasty“ vor allem im Volumen- und Massenmarkt agiert.

Bewertung und Ausblick auf 2026

An der Börse reagierte der Markt zunächst verhalten positiv. Die Aktie legte nach Veröffentlichung der Verkaufszahlen in Hongkong um 3,6 % zu, kam im Gesamtjahr 2025 jedoch nur auf ein Plus von rund 10 % und blieb damit hinter dem breiteren Markt zurück.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 63 (auf Basis der vergangenen zwölf Monate) spiegelt die Bewertung weiterhin die Erwartung an anhaltendes Wachstum und steigende Gewinne wider. 2026 wird BYD allerdings stärker an den Maßstäben eines globalen Industrieunternehmens gemessen: Entscheidend wird sein, ob der Konzern seine Größe in nachhaltig solide Erträge umsetzen kann und nicht nur über hohe Volumina in einem zunehmend überfüllten Markt wächst.

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