BYD Aktie: Finanzierungs-Offensive
BYD verschärft den Wettbewerb in China mit einem neuen Finanzierungsprogramm – und setzt dabei auf einen klaren Hebel: günstige Konditionen statt Preisschild. Gleichzeitig läuft das Europa-Geschäft überraschend stark. Kann das Paket aus Finanzierung und Ladeinfrastruktur die Nachfrage im Heimatmarkt stabilisieren?
0% Zinsen gegen schwache China-Nachfrage
Seit Mittwoch bietet BYD in China für mehrere besonders gefragte Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle eine aggressive Finanzierung an: 0% Zinsen für drei Jahre oder alternativ ein „ultra-niedriger“ Zinssatz über sieben Jahre. Laut Electrek startet die tägliche Rate bei 29 Yuan, eine Anzahlung ist nicht nötig. Das Programm gilt bis Ende März.
Die Aktion betrifft unter anderem Seagull, Dolphin und Sealion 05 EV. BYD zieht damit nach: Tesla hatte im Januar ein ähnliches Sieben-Jahres-Angebot gestartet. In der Folge kamen laut Electrek mehr als zehn weitere Hersteller mit vergleichbaren Deals auf den Markt, darunter Xiaomi, Geely, Li Auto, XPeng und NIO.
Hintergrund ist der weiter zunehmende Konkurrenzdruck in Chinas E-Auto-Markt. Reuters zufolge fielen BYDs Verkäufe im Januar in China um 30% gegenüber dem Vorjahr – der stärkste monatliche Rückgang seit Februar 2024. Es war zudem der fünfte Monat in Folge mit sinkenden Inlandsverkäufen.
Europa wächst – BYD vor Tesla
Während der Heimatmarkt schwächelt, legte BYD in Europa deutlich zu. Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA zeigen: Die Neuzulassungen in der EU sowie in Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz stiegen im Januar auf 18.242 Fahrzeuge. Ein Jahr zuvor waren es 6.884 – ein Plus von 165% (via Reuters).
Der Wall Street Journal zufolge verkaufte BYD damit im vergangenen Monat in Europa mehr Autos als Tesla. Bei Tesla fielen die Zulassungen um 17% auf 8.075 Einheiten. Damit setzte sich der Rückgang fort: Es war der 13. Monat in Folge mit sinkenden Tesla-Zahlen in Europa.
Auch große europäische Hersteller verloren in diesem Umfeld an Boden. Volkswagen lag laut ACEA 3,8% unter Vorjahr, BMW 5,7% und Renault 15%. Insgesamt gingen die europäischen Pkw-Neuzulassungen um 3,5% zurück, bei Benzinern brachen die Verkäufe um rund 26% ein.
Ladenetz und Politik-Faktor sorgen für Bewegung
Zusätzlichen Rückenwind für die BYD-Story liefert Technik: Laut CnEVPost und CarNewsChina hat der Konzern am Montag mit der großflächigen Auslieferung von „Megawatt“-Schnellladestationen in China begonnen. Die Stationen sollen eine Spitzenleistung von 1.360 kW erreichen und damit rund 400 km Reichweite in fünf Minuten ermöglichen. Eine Deutsche-Bank-Studie vom Sonntag bezeichnete den Ausbau demnach als wichtigen Treiber für eine Erholung der Verkäufe und erwartet 4,9 Millionen Fahrzeugverkäufe im Jahr 2026 (via CnEVPost).
An der Börse zeigte sich zuletzt eine Erholung der in Hongkong notierten Aktie von den Februar-Tiefs. Laut Investing.com stieg das Papier am 23. Februar um 4,87% auf 100,10 HK-Dollar, zwei Tage später lag es bei 98,75 HK-Dollar. Anfang Februar waren Kurse bis 88,50 HK-Dollar zu sehen gewesen. Nach Veröffentlichung der schwachen Januar-Auslieferungen war die Aktie am 2. Februar an einem Tag um 6,91% gefallen.
Für zusätzliche Volatilität sorgte außerdem eine US-Meldung: Reuters zufolge veröffentlichte das Pentagon am 13. Februar kurzzeitig eine aktualisierte Liste sogenannter „Chinese military companies“ nach Section 1260H, auf der erstmals auch BYD auftauchte – neben Alibaba und Baidu. Noch am selben Tag zog das Pentagon den Eintrag aus dem Federal Register ohne Begründung zurück.
Bis Ende März läuft nun die neue Finanzierungskampagne in China. Parallel dürfte der Markt genau beobachten, ob der Ausbau der Megawatt-Lader kurzfristig spürbar auf die Inlandsnachfrage einzahlt – während die ACEA-Zahlen zeigen, dass BYD in Europa im Januar deutlich Tempo aufgenommen hat.
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