BYD reagiert mit einem umfassenden Upgrade seiner Plug-in-Hybride auf die zum Jahresbeginn verschärften Förderregeln in China. Vier Modelle erhalten deutlich größere elektrische Reichweiten, um weiterhin von Steuererleichterungen zu profitieren und zugleich die schwächere Nachfrage im Heimatmarkt abzufedern.

Deutlich mehr E-Reichweite für vier Modelle

Der Konzern bringt noch im Januar überarbeitete Versionen der Modelle Qin PLUS DM-i, Qin L DM-i, Seal 05 DM-i und Seal 06 DM-i auf den Markt. Die Fahrzeuge sollen eine kombinierte Reichweite von rund 2.110 Kilometern bieten, davon mehr als 210 Kilometer rein elektrisch. Preise nannte BYD bisher nicht.

Zum Vergleich: Die aktuellen Varianten dieser vier Plug-in-Hybride, die bisher ab 79.800 Yuan (rund 11.400 US-Dollar) starten, schaffen bislang nur zwischen 55 und 128 Kilometern reine Elektro-Reichweite. Das Upgrade zielt klar auf die neuen Vorgaben der chinesischen Regierung:

  • Mindestreichweite für PHEV-Förderung: 100 km statt zuvor 43 km
  • Relevanz: Voraussetzung für Befreiung von der Kaufsteuer
  • Anpassung: Deutlich größere Batteriekapazitäten und verlängerte E-Reichweite

Die technische Überarbeitung soll sicherstellen, dass die Modelle weiterhin für Steuerbefreiungen qualifizieren und damit preislich attraktiv bleiben.

Antwort auf rückläufige PHEV-Verkäufe

Die Modellauffrischung erfolgt vor dem Hintergrund schwächerer Plug-in-Hybrid-Verkäufe. 2025 gingen die PHEV-Auslieferungen von BYD um 7,9 % zurück, obwohl diese Fahrzeuge weiterhin mehr als die Hälfte des gesamten Absatzvolumens ausmachen.

Mit den aufgewerteten Modellen verbindet BYD zwei Ziele: Die Sicherung des Zugangs zu staatlichen Anreizen und eine bessere Positionierung gegenüber Kunden, die längere elektrische Fahranteile erwarten. Genau diese Kombination dürfte in einem anspruchsvolleren Förderumfeld entscheidend sein.

Schwächeres Wachstum im Heimatmarkt

Der Produktrefresh folgt auf ein schwierigeres Jahr 2025. BYD steigerte den Gesamtabsatz um 7,7 % auf 4,6 Millionen Fahrzeuge – das schwächste Wachstum seit fünf Jahren. Im Dezember gingen die Verkäufe im Jahresvergleich um 18,3 % zurück, der vierte Rückgang in Folge und der stärkste Monatsrückgang seit fast zwei Jahren.

Druck im Inlandsgeschäft

Unternehmenschef Wang Chuanfu führte auf einer Investorenveranstaltung im Dezember die Schwäche im chinesischen Markt unter anderem auf den Verlust technologischer Führungsansprüche zurück. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb im günstigeren Elektroauto-Segment, etwa durch Hersteller wie Geely und Leapmotor.

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Bereits im Mai 2025 reagierte BYD mit deutlichen Preissenkungen auf mehr als 20 Modelle. Weitere Belastung kommt nun von:

  • Auslauf zentraler Steuererleichterungen und Umtauschprämien seit Januar
  • Einführung verschärfter Energieverbrauchsstandards für Elektrofahrzeuge zum Jahresbeginn

Diese neuen technischen Anforderungen gelten als erste ihrer Art weltweit und erhöhen die Hürden für alle Anbieter im chinesischen Markt.

Internationales Geschäft gewinnt an Gewicht

Deutlich besser lief es 2025 im Auslandsgeschäft. Die internationalen Verkäufe stiegen um 150,7 % auf den Rekordwert von 1.046.083 Fahrzeugen. BYD plant, diesen Weg fortzusetzen und strebt für 2026 bis zu 1,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge außerhalb Chinas an.

Parallel dazu soll das europäische Vertriebsnetz bis Ende des Jahres etwa verdoppelt werden. Damit versucht BYD, die Abkühlung im Heimatmarkt durch stärkeres Wachstum in Überseemärkten auszugleichen.

Kursentwicklung und Erwartungen

Die in Shenzhen gelisteten BYD-Aktien (002594.SZ) schlossen gestern bei 99,99 Yuan, ein Plus von 1,92 % zum Vortag. In Hongkong (1211.HK) lagen die Papiere zuletzt bei rund 95,75 Hongkong-Dollar. Auf Zwölfmonatssicht ergibt sich damit ein Kurszuwachs von etwa 10 %, was unter der Entwicklung des breiteren Marktes liegt.

Prognosen für 2026

Für 2026 rechnen Analysten im Schnitt mit:

  • Umsatzwachstum auf rund 1,01 Billionen Yuan, etwa +20,5 %
  • Gewinn je Aktie mit einem Plus von rund 35 % im Jahresvergleich

Das durchschnittliche Kursziel für die Shenzhen-Notierung liegt bei 128,90 Yuan und signalisiert damit weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Wichtigster nächster Termin ist der für Ende März erwartete Zahlenbericht, der erstmals detailliert zeigen dürfte, wie sich BYD im verschärften regulatorischen Umfeld und unter dem stärkeren Wettbewerb im Heimatmarkt behauptet und welchen Beitrag die überarbeiteten Plug-in-Hybride zur Absatzentwicklung leisten.

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