Der Nvidia-Marvell-Pakt vom 31. März sorgte für Bewegung im gesamten KI-Chip-Sektor — und Broadcom gehörte zu den Gewinnern, obwohl das Abkommen einen direkten Konkurrenten stärkt. Das klingt widersprüchlich, hat aber einen nachvollziehbaren Grund.

Warum Broadcom trotzdem profitiert

Marvell ist neben Broadcom der zweite große Anbieter maßgeschneiderter ASIC-Chips für Hyperscaler. Nvidia investierte zwei Milliarden Dollar in Marvell und integriert dessen Custom-Chips über NVLink Fusion in sein KI-Ökosystem. NVLink war bislang ausschließlich Nvidias eigenen Chips vorbehalten — die Öffnung für externe ASICs ist neu.

Für Broadcom ergibt sich daraus ein potenzieller Vorteil: Technisch ermöglicht NVLink Fusion auch die direkte Anbindung von Broadcoms XPUs an Nvidias Fabric. Das würde den adressierbaren Markt für Broadcoms Custom-Silicon bei Hyperscalern erweitern. Branchenbeobachter spekulieren bereits offen darüber, ob eine ähnliche Partnerschaft zwischen Nvidia und Broadcom folgen könnte — zumal Broadcom mit seiner dominanten Stellung bei Ethernet-Switch-ASICs als ernstzunehmender Gegenpol zu Nvidia gilt.

Broadcom fertigt unter anderem Googles TPUs, die MTIA-Chips für Meta sowie Berichten zufolge den „Titan"-XPU für OpenAI.

Starke Fundamentaldaten im Rücken

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Die Zahlen untermauern die strategische Relevanz des Unternehmens. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Broadcom einen KI-Chip-Umsatz von 8,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr, über den Erwartungen. Für das zweite Quartal prognostiziert das Management einen KI-Halbleiterumsatz von 10,7 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 140 Prozent entspräche.

Parallel dazu schüttete Broadcom im ersten Quartal 10,9 Milliarden Dollar an Aktionäre aus — 3,1 Milliarden als Dividenden, 7,8 Milliarden über Aktienrückkäufe.

Nächste Termine im Blick

Am 20. April findet in Palo Alto die Hauptversammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen die Wahl von acht Direktoren, die Bestätigung von PricewaterhouseCoopers als Abschlussprüfer sowie eine Abstimmung über die Vorstandsvergütung.

Deutlich aufschlussreicher dürfte der Quartalsbericht am 4. Juni werden. Dann wird das Management erstmals öffentlich Stellung nehmen, wie sich die veränderte Wettbewerbsdynamik — einschließlich des Nvidia-Marvell-Deals — auf Auftragseingang und Custom-Chip-Designgewinne auswirkt.

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