BP treibt einen radikalen Konzernumbau voran. Der britische Energieriese verkauft 65 Prozent seines profitablen Schmierstoffgeschäfts Castrol für rund 6 Milliarden US-Dollar an den US-Finanzinvestor Stonepeak. Gleichzeitig streicht das Unternehmen bis Ende 2026 weltweit 6.200 Bürojobs. Das Ziel: Schuldenabbau und Fokussierung auf das Kerngeschäft. Doch die Maßnahmen fallen in eine schwierige Phase.

Castrol-Verkauf soll Bilanz entlasten

Der Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an Castrol ist der zentrale Baustein der Neuausrichtung. Mit den Einnahmen will BP die Nettoverschuldung bis Ende 2027 auf eine Spanne von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar senken. Parallel läuft das bereits Ende 2025 angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Dollar weiter.

Die Entscheidung, sich von einem ertragsstarken Geschäftsbereich zu trennen, wirft jedoch Fragen auf. Castrol gilt als verlässlicher Cashflow-Lieferant – künftig fehlt diese Einnahmequelle. Analysten warnen vor erhöhter Volatilität, sollte das verbleibende Geschäft stärker von schwankenden Rohstoffpreisen abhängig werden.

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Ölpreis-Schwäche belastet

Erschwerend kommt der jüngste Einbruch der Ölpreise hinzu. Brent-Rohöl fiel unter die Marke von 60 US-Dollar je Barrel – getrieben von Sorgen über ein globales Überangebot. Für BP, das zuletzt verstärkt auf die Förderung von Öl und Gas setzte, bedeutet dies sinkende Margen im Kerngeschäft. Mehrere Investmentbanken, darunter BofA Securities, stufen die Aktie weiterhin als "Underperform" ein und verweisen auf die schwierige Marktlage im Energiesektor.

Führungswechsel in unsicherer Zeit

Zusätzlich steht BP vor einem Führungswechsel. Nach dem überraschenden Abgang von CEO Murray Auchincloss im Dezember 2025 leitet derzeit Carol Howle das Unternehmen interimistisch. Ab dem 1. April 2026 übernimmt Meg O'Neill, aktuell Chefin des australischen Energiekonzerns Woodside Energy. Bis dahin bleibt die strategische Richtung in Teilen offen – ein Unsicherheitsfaktor für Investoren.

Am Markt notiert die BP-Aktie aktuell bei rund 5,07 Euro in London. Die Bewertung mit einem Forward-KGV von etwa 11,7 erscheint moderat, die Dividendenrendite liegt über 5,5 Prozent. Doch während der britische Leitindex FTSE 100 neue Höchststände erreicht, bleiben Energiewerte zurück.

Der Umbau verschafft BP finanziellen Spielraum, doch der schwache Ölpreis und die Übergangsphase in der Führung bremsen die Erholung. Ob die neue Strategie greift, wird sich erst mit der Amtsübernahme von O'Neill zeigen.

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