Der eskalierende Nahost-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus bescheren dem Ölkonzern BP unerwarteten finanziellen Spielraum. Während Analysten ihre Prognosen aufgrund sprudelnder Einnahmen deutlich nach oben korrigieren, braut sich abseits des Tagesgeschäfts ein handfester Konflikt mit Großaktionären zusammen.

Milliarden-Segen durch höhere Ölpreise

Verantwortlich für die positiven Analystenstimmen sind drastisch veränderte Rahmenbedingungen am Ölmarkt. Die Großbank HSBC hat ihre Einschätzung für BP von „Reduce“ auf „Hold“ angehoben und das Kursziel um fast 29 Prozent erhöht. Basis dieser Neubewertung ist ein höherer angenommener Brent-Ölpreis von 80 US-Dollar pro Barrel. Dieser Preisaufschlag spült Milliarden in die Kassen und verändert die Schuldenmathematik des Konzerns grundlegend.

Ursprünglich gingen die Experten von einem Schuldenberg aus, der bis Mitte 2026 auf über 25 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Nun rechnet HSBC damit, dass die Nettoverschuldung bis Ende 2026 auf 9 Milliarden US-Dollar sinken wird. Damit würde BP den eigenen Zielkorridor von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar deutlich unterbieten. Die seit Ende Februar de facto geschlossene Straße von Hormus hat zu einer physischen Verknappung geführt, die den gesamten Sektor stützt. Entsprechend hob HSBC die Gewinnschätzungen für die Branche für das Jahr 2026 im Schnitt um 50 Prozent an.

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An der Börse spiegelt sich das verbesserte Umfeld bereits wider. Mit einem Schlusskurs von 6,45 Euro am Freitag verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein starkes Plus von gut 27 Prozent und notiert nur knapp unter dem in dieser Woche erreichten 52-Wochen-Hoch von 6,61 Euro.

Aktionärsrevolte vor der Hauptversammlung

Abseits der erfreulichen Finanzkennzahlen sieht sich das Management mit wachsendem Widerstand konfrontiert. Im Vorfeld der für den 23. April geplanten Hauptversammlung werfen institutionelle Investoren, die ein Vermögen von über einer Billion Euro verwalten, dem Unternehmen die Beschneidung von Aktionärsrechten vor.

Stein des Anstoßes ist eine von der Gruppe „Follow This“ eingereichte Klimaresolution. Diese fordert Klarheit darüber, wie BP den Unternehmenswert bei einer sinkenden Öl- und Gasnachfrage schützen will. Der Konzern weigert sich bislang, den Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, was laut der Aktionärsgruppe ein beispielloser Vorgang für ein britisches Großunternehmen sei.

Der nächste wichtige Termin für Investoren ist der 28. April. An diesem Tag wird BP die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorlegen. Der Markt wird dann genau darauf achten, ob das lukrative Marktumfeld ausreicht, um das zuletzt ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen.

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