BP Aktie: Spannende Gemengelage
BP geht mit einer belasteten Ausgangslage ins neue Jahr. Nach einem volatilen Dezember mit einem Rückgang von rund 6 % schloss die Aktie das Jahr 2025 bei 432,80 Pence. Gleichzeitig prasseln mehrere zentrale Unternehmensnachrichten auf den Markt ein – vom CEO-Wechsel über Fusionsfantasie bis hin zu einem milliardenschweren Asset-Verkauf.
Im Kern bestimmen aktuell drei Themen das Bild: der anstehende Führungswechsel, neue Übernahmespekulationen mit Blick auf Shell und der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Castrol.
Neuer CEO, offene Fragen bis April
Der wichtigste Treiber der Stimmung ist der abrupte Führungswechsel an der Spitze. CEO Murray Auchincloss trat Mitte Dezember 2025 nach weniger als zwei Jahren im Amt zurück. BP präsentierte kurz darauf Meg O’Neill als neue Vorstandschefin.
O’Neill, derzeit noch bei Woodside Energy tätig, soll ihre Position bei BP zum 1. April 2026 antreten. Die externe Besetzung wird vom Markt als Signal für einen möglichen strategischen Neustart gewertet. Gleichzeitig entsteht bis April eine Übergangsphase ohne endgültige Führungsfigur, was zur aktuellen Schwäche des Kurses beiträgt.
Fusionsfantasie mit Shell
Zum Jahresende hat sich zudem die Übernahmefantasie neu belebt. Am 26. Dezember 2025 lief eine regulatorische Frist ab, die Shell bislang daran hinderte, ein Angebot für BP abzugeben.
Mit Wegfall dieser Einschränkung rückt eine mögliche Konsolidierung im britischen Energiesektor wieder stärker in den Fokus. BP notiert im Vergleich zu US-Konkurrenten und zu Shell mit einem deutlichen Bewertungsabschlag und gilt damit rechnerisch als angreifbar. Bislang liegt jedoch kein formelles Angebot vor – die Spekulation allein sorgt bereits für zusätzliche Schwankungen.
Castrol-Deal über 10 Milliarden Dollar
Kurz vor den Feiertagen meldete BP außerdem einen großen Schritt beim Portfolioumbau. Der Konzern verkauft 65 % an der Schmierstoff-Tochter Castrol an die Private-Equity-Gesellschaft Stonepeak.
Kernpunkte der Transaktion:
- Bewertung: Castrol wird mit einem Enterprise Value von 10 Milliarden US-Dollar angesetzt.
- Struktur: BP behält einen Anteil von 35 % und bleibt damit im Schmierstoffgeschäft engagiert.
- Zielsetzung: Die Erlöse sind ausdrücklich für Schuldenabbau und Investitionen in die Energiewende vorgesehen, um Bedenken zur Kapitaldisziplin zu adressieren.
Damit stärkt BP seine Bilanz und gewinnt finanziellen Spielraum, ohne sich vollständig von einem etablierten Geschäftsbereich zu trennen.
Chartbild und Marktstimmung
Die Aktie beendete das Börsenjahr bei 432,80 Pence und konnte den Rückgang im Dezember nicht wettmachen. Aktuell notiert der Titel unter der 20- und der 50-Tage-Linie, was kurzfristigen Abwärtsdruck signalisiert.
- Unterstützung: Ein erste wichtige Zone liegt um 429,00 Pence. Ein Rutsch darunter zu Beginn des Jahres könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen.
- Widerstand: Auf der Oberseite stellt der Bereich um 441,75 Pence den nächsten sichtbaren Bremsklotz dar.
Stimmungsindikatoren wie der „Fear & Greed“-Index liegen im Angstbereich. Das spiegelt die Unsicherheit über den strategischen Kurs unter Meg O’Neill wider – verstärkt durch ein Umfeld mit Ölpreisen um die 60 US-Dollar je Barrel.
Einordnung der Gesamtsituation
Die Lage bei BP wird aktuell von drei Faktoren geprägt:
- Übergangsphase im Management: Bis zum Amtsantritt von Meg O’Neill im April bleibt die Spitze nur interimistisch besetzt.
- M&A-Potenzial: Die Auslaufung der Beschränkung für ein Shell-Angebot nährt Übernahmespekulationen.
- Stärkung der Bilanz: Der 10-Milliarden-Dollar-Verkauf der Castrol-Mehrheit soll Schulden senken und Investitionen in den Umbau des Geschäfts finanzieren.
Mit Wiederaufnahme des Handels wird sich zeigen, wie der Markt diese Gemengelage aus Führungswechsel, möglicher Sektor-Konsolidierung und Bilanzverbesserung gewichtet – insbesondere vor dem Hintergrund des momentan eher schwachen Ölpreisniveaus.
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