Der britische Energiekonzern BP steuert auf eine turbulente Hauptversammlung zu. Während die Wall Street ihre Kursziele für den Ölriesen reihenweise anhebt, eskaliert hinter den Kulissen ein erbitterter Streit mit klimabewussten Investoren. Eine blockierte Abstimmung könnte nun sogar ein handfestes juristisches Nachspiel haben.

Streit um die Klimastrategie

Auslöser der Spannungen ist die Entscheidung des Managements, eine Klimaresolution der Aktionärsgruppe „Follow This“ nicht auf die Agenda der kommenden Hauptversammlung am 23. April zu setzen. Der Antrag fordert detaillierte Langzeitstrategien für Szenarien mit sinkender Öl- und Gasnachfrage. Unterstützt wird die Initiative von 23 institutionellen Investoren, die gemeinsam ein Vermögen von 1,74 Billionen US-Dollar verwalten. BP beruft sich auf rechtliche Beratung und argumentiert, die Resolution entspreche nicht den gesetzlichen Vorgaben des britischen Gesellschaftsrechts.

Unter Governance-Spezialisten sorgt dieser Schritt für deutliches Stirnrunzeln. Lindsey Stewart vom Analysehaus Morningstar bezeichnet den Ausschluss eines formal korrekten Antrags als äußerst ungewöhnlich und extrem. Die Aktivisten drohen nun mit rechtlichen Schritten, da sie keinen vergleichbaren Fall im britischen Leitindex FTSE 100 kennen. Brisanz erhält die Situation zusätzlich durch den direkten Konkurrenten Shell. Dieser lässt einen fast identischen Antrag im Mai regulär zur Aktionärsabstimmung zu.

Wall Street feiert Bilanzsanierung

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BP?

Ungeachtet der internen Querelen zeigen sich die großen Investmentbanken von der operativen Entwicklung des Konzerns überzeugt. In den vergangenen Tagen gab es gleich mehrere positive Analysten-Updates:

  • Bank of America: Kurszielanhebung von 370 auf 400 Pence
  • Goldman Sachs: Bestätigung der Kaufempfehlung mit Ziel 590 Pence
  • Piper Sandler: Erhöhung des Kursziels von 44 auf 47 US-Dollar

Diese Zuversicht spiegelt sich deutlich auf dem Kurszettel wider. Die Papiere markierten am heutigen Dienstag bei 6,22 Euro exakt ihr neues 52-Wochen-Hoch und verbuchen damit seit Jahresbeginn ein starkes Plus von 22,63 Prozent.

Die positive Marktreaktion fußt auf harten fundamentalen Fortschritten. Der Konzern hat sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt und fokussiert sich stattdessen strikt auf die Sanierung der Bilanz. Durch den Verkauf von Vermögenswerten im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar sank die Nettoverschuldung bis Ende 2025 auf 22,2 Milliarden US-Dollar, während die Kapitalrendite auf 14 Prozent kletterte.

Am 23. April wird sich in Sunbury-on-Thames entscheiden, ob diese starke finanzielle Entwicklung ausreicht, um die verärgerten Aktionäre zu besänftigen. Sollte BP bei der Blockadehaltung bleiben, droht wie bereits im Vorjahr eine massive Protestwahl gegen die Führungsspitze.

Anzeige

BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 17. März liefert die Antwort:

Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...