Commerzbank Aktie: Berlin gegen Mailand
UniCredit hat die Karten auf den Tisch gelegt: 35 Milliarden Euro für die Commerzbank, bezahlt in eigenen Aktien. Das Commerzbank-Management lehnt ab, die Bundesregierung spricht von einer „inakzeptablen" Übernahme – und der eigentliche Schlagabtausch findet erst noch statt.
Ein Angebot mit Kalkül
Der implizite Preis des Tauschangebots liegt bei 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie – ein Aufschlag von lediglich 4 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs vor Angebotslegung. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp ließ keinen Zweifel: Das Angebot enthalte „keine Prämie für unsere Aktionäre" und sei nicht mit der Bank abgestimmt worden.
UniCredit hält bereits rund 28 Prozent an der Commerzbank – teils direkt, teils über Total-Return-Swaps. Das Ziel des Angebots ist präzise: die 30-Prozent-Schwelle überschreiten, die nach deutschem Übernahmerecht ein Pflichtangebot auslöst. Pikant dabei ist ein struktureller Effekt der laufenden Commerzbank-Aktienrückkäufe: Jeder eingezogene Titel erhöht den relativen Anteil bestehender Großaktionäre automatisch – ohne dass UniCredit auch nur eine Aktie zukaufen müsste.
Commerzbank tritt gestärkt in den Konflikt
Die Bank steht fundamental nicht schlecht da. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte sie ein bereinigtes Nettoergebnis von 3 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Für 2026 hob Orlopp die Gewinnprognose auf über 3,2 Milliarden Euro an. Dazu kommen eine Rekorddividende von 1,10 Euro je Aktie und eine harte Kernkapitalquote von über 14 Prozent. Diese Zahlen sind das stärkste Argument der Bank für ihre Unabhängigkeitsstrategie.
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Auf Kursebene spiegelt sich die Unsicherheit wider: Mit rund 32 Euro notiert die Aktie merklich unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro, das erst im August 2025 erreicht wurde – und deutlich über dem April-Tief von 20,16 Euro, als der Übernahmestreit zeitweise eskalierte.
Drei Termine, eine Richtungsentscheidung
Die nächsten Wochen bringen Klarheit in mehreren Schritten. Am 4. Mai hält UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung ab, um die für das Tauschangebot nötige Kapitalerhöhung zu genehmigen. Am 8. Mai legt Commerzbank ihre Quartalszahlen vor. Den Höhepunkt bildet die Commerzbank-Hauptversammlung am 20. Mai 2026 – dort entscheidet sich, ob das Bündnis aus Management, Bundesregierung und Belegschaft standhält.
UniCredit bringt dabei eine Marktkapitalisierung von rund 96 Milliarden Euro in die Waagschale – fast dreimal so viel wie Commerzbank. Diese Größendifferenz prägt die Verhandlungsposition des Bieters erheblich. Ob der Bund als zweitgrößter Aktionär mit 12,72 Prozent und die übrigen Anteilseigner geschlossen dagegen stimmen, wird spätestens am 20. Mai sichtbar.
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