Der britische Energiekonzern BP profitiert massiv von der aktuellen Eskalation im Nahen Osten. Während ein blockierter Seeweg den Ölpreis über die Marke von 100 US-Dollar treibt, kämpft das Unternehmen intern mit einer umfassenden Neuausrichtung. Mit einer neuen Chefin und dem Druck aktivistischer Investoren steht ein radikaler Strategiewechsel zurück zu fossilen Brennstoffen an.

Ölpreis treibt den Kurs

Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Da rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots diese Route passieren, sprang der Preis für die Sorte Brent auf über 100 US-Dollar pro Barrel. Diese Entwicklung schlägt direkt auf die Bilanz von BP durch. Der operative Cashflow des Konzerns ist historisch extrem eng an den Ölpreis gekoppelt. Entsprechend positiv reagieren die Anleger: Die Papiere erreichten gestern ein neues 52-Wochen-Hoch von 6,09 Euro und verzeichnen seit Jahresbeginn ein Plus von 20,05 Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BP?

Drohnenangriff erzwingt Produktionskürzung

Der geopolitische Rückenwind bringt jedoch erhebliche operative Risiken mit sich. Im irakischen Rumaila-Ölfeld, das von BP betrieben wird, mussten ausländische Mitarbeiter nach dem Einschlag zweier Drohnen evakuiert werden. Die Anlage ist das größte Ölfeld des Landes und für etwa 12 Prozent der nationalen Reserven verantwortlich. Infolge des Zwischenfalls wurde die Produktion um 700.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Dies verdeutlicht die wachsende sicherheitspolitische Bedrohung in einer der wichtigsten Förderregionen des Unternehmens.

Radikaler Umbau der Führungsebene

Abseits der Krisenherde im Nahen Osten treibt BP einen weitreichenden internen Umbau voran. Nach dem Einstieg des Hedgefonds Elliott Management im vergangenen Jahr hat der Konzern seine Erneuerbare-Energien-Ziele gestrichen und fokussiert sich wieder verstärkt auf das klassische Öl- und Gasgeschäft. Um die Bilanz zu sanieren und die Nettoverschuldung von zuletzt 22,2 Milliarden US-Dollar abzubauen, wurden zudem die Aktienrückkäufe ausgesetzt.

Diesen Kurswechsel soll ab dem 1. April Meg O'Neill verantworten. Die bisherige Chefin des australischen Energiekonzerns Woodside übernimmt als erste Frau die Leitung eines sogenannten Supermajors. Um schnellere Entscheidungen zu ermöglichen, wird gleichzeitig der Verwaltungsrat von 13 auf zehn Mitglieder verkleinert.

Die erste große Bewährungsprobe für die neue Führungsebene steht bereits fest. Am 23. April 2026 findet die Hauptversammlung statt, bei der ein Konflikt mit der aktivistischen Aktionärsgruppe "Follow This" droht. Diese prüft rechtliche Schritte, nachdem BP eine Klimaresolution von der Tagesordnung gestrichen hat.

BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 13. März liefert die Antwort:

Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...