BMW Aktie: China belastet
BMW startet mit gemischten Vorzeichen ins neue Jahr. Während Barclays die Aktie herabstuft und vor strukturellen Problemen in China warnt, meldet der Konzern gleichzeitig Absatzrekorde in profitablen Nischen und Wachstumsregionen. Im Kurs spiegelt sich diese Zerrissenheit bereits wider: Die Aktie notierte am Freitag bei 92,40 Euro und damit rund 5 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch.
Analysten werden vorsichtiger
Barclays hat seine Einschätzung für BMW zum Wochenschluss deutlich eingetrübt. Analyst Henning Cosman senkte das Rating von „Equal Weight“ auf „Underweight“, das Kursziel blieb bei 82,50 Euro unverändert. Im Mittelpunkt der Sorge stehen die Perspektiven in China.
Die Investmentbank spricht von einer „strukturellen Negativität“ gegenüber den deutschen Premiumherstellern im Reich der Mitte. BMW habe die Entwicklung dort „uncharakteristisch falsch eingeschätzt“. Vor allem die Margenziele für 2027/28 sehen die Analysten im dichten Wettbewerbsumfeld gefährdet. Das Analysehaus Jefferies bleibt demgegenüber bei einer neutralen Einschätzung, ohne das Bild wesentlich aufzuhellen.
Für Anleger ist dabei wichtig:
- Barclays-Rating: von „Equal Weight“ auf „Underweight“
- Kursziel: unverändert 82,50 Euro
- Kernkritik: China, Margenrisiken, „Neue Klasse“
- Stimmung im Kurs: BMW YTD knapp 3 % im Minus, aber rund 10 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt
Mit einem 14‑Tage-RSI von 36,7 ist der Titel zwar nicht überverkauft, zeigt aber einen klaren Schwächetrend in den vergangenen Wochen.
China schwächelt – Rabatte drücken auf die Marge
Die frischen Absatzzahlen für 2025 untermauern die Skepsis. Weltweit blieb der Absatz mit 2,46 Millionen Fahrzeugen leicht im Plus (+0,5 %), doch China fällt deutlich zurück und zieht die Gesamtstory nach unten.
- China 2025: 625.527 Auslieferungen, ein Minus von 12,5 %
- Q4 2025: Rückgang von 15,9 %, der Abwärtstrend beschleunigt sich
Um gegenzusteuern, greift BMW in China tief in die Rabattkiste. Nach Berichten wurden die Listenpreise für 31 Modelle gesenkt. Besonders stark ist der Druck im Elektro-Segment:
- iX1 eDrive25L: Nachlässe von bis zu 24 %
- i7 M70L: Preissenkung von rund 301.000 Yuan (etwa 42.000 USD)
Genau hier setzt die Kritik von Barclays an: Wenn BMW bereits heute mit hohen Preisnachlässen arbeiten muss, geraten die „Unit Economics“ der kommenden „Neuen Klasse“ ins Zwielicht. Der notwendige Volumen- und Technologie-Schub trifft auf einen Markt, in dem Wettbewerber aggressiv über den Preis agieren.
Lichtblicke: M-Sparte und Indien mit Rekorden
Trotz der Schwäche in China zeigt der Konzern, dass das Geschäft nicht auf einen einzigen Markt reduziert ist. In gleich mehreren profitablen Segmenten lief es 2025 deutlich besser.
Performance-Sparte M im Rekordmodus
Die BMW M GmbH erzielte 2025 das 14. Rekordjahr in Folge. Mit 213.457 ausgelieferten Fahrzeugen wuchs die Performance-Sparte um 3,3 % und stemmte sich damit gegen den Gegenwind im Gesamtmarkt.
Besonders auffällig:
- Bestseller war der neue X3 M50, der den i4 M60 an der Spitze ablöste.
- Der M3 bleibt mit fast 71.500 Einheiten eine tragende Säule der Marke.
Diese Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach hochmargigen Performance-Modellen intakt ist – ein wichtiger Puffer, wenn gleichzeitig in China Rabatte die Erträge belasten.
Indien und andere Regionen legen zu
Auch geografisch ist das Bild nicht einheitlich. Während China schwächelt, legt BMW in anderen Märkten spürbar zu:
- Indien: Absatzplus von 14 % auf 18.001 Fahrzeuge – das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte im Land
- USA: Wachstum um 5 % auf 417.638 Einheiten
- Europa: Zuwachs von 7,3 %
Besonders dynamisch ist das Elektro-Segment in Indien, wo die Auslieferungen batterieelektrischer Fahrzeuge um 200 % zulegten. Konzernweit lag der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge 2025 bei rund 18 %, inklusive Hybriden bei 26 %. Das sichert die CO₂-Compliance, wirft aber im aktuellen Rabattumfeld Fragen nach der Profitabilität dieser Volumina auf.
Was die Zahlen für die Aktie bedeuten
Die Aktie hat die jüngsten Nachrichten nicht mit einem abrupten Einbruch quittiert, steht aber unter leichtem Druck. Auf Wochensicht liegt das Minus bei gut 3 %, auf 30‑Tage-Sicht ähnlich. Gleichzeitig notiert der Kurs nur knapp 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 97,12 Euro und rund 10 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 83,65 Euro.
Charttechnisch signalisiert das:
- Langfrist-Trend: intakt, da der Kurs klar über dem 200‑Tage-Durchschnitt liegt
- Kurzfrist-Tendenz: schwächer, aber kein Bruch des Aufwärtstrends
- Relevante Marke: das Barclays-Kursziel von 82,50 Euro als mögliche Unterstützungszone im Fall weiterer Rückgänge
Inhaltlich steht BMW zwischen zwei Polen: operative Stärke in Nischen und Regionen einerseits, Margenrisiken im Schlüsselmarkt China andererseits. Diese Spannbreite erklärt, warum der Markt bislang eher dosiert reagiert und keine extreme Neubewertung vorgenommen hat.
Konkreter Blick nach vorn
Für die kommende Handelswoche ist mit einer erhöhten Schwankungsbreite in der BMW-Aktie zu rechnen, solange Anleger die Barclays-Herabstufung und die China-Zahlen einordnen. Die Kurszone um 90 Euro dürfte als kurzfristiger Stimmungstest dienen, während die Region um 82,50 Euro aus technischer Sicht eine wichtige Haltelinie wäre, falls der Verkaufsdruck zunimmt.
Der nächste zentrale Fixpunkt ist der vollständige Geschäftsbericht im März. Dann wird sich zeigen, ob das Management plausibel erläutern kann, wie die Marge trotz Preiskampf in China im Zielkorridor gehalten werden soll – insbesondere mit Blick auf die „Neue Klasse“ und den wachsenden Anteil elektrischer Modelle. Bis dahin bleibt der Spagat zwischen globalem Wachstum und lokaler Schwäche in China der entscheidende Bewertungsfaktor für die BMW Aktie.
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