BioNTech steht vor einer Weichenstellung. Am 10. März veröffentlicht das Mainzer Unternehmen die Jahreszahlen 2025 – und parallel läuft eine Patentklage gegen Konkurrent Moderna. Während die COVID-19-Umsätze schwinden, soll eine breite Onkologie-Pipeline das Wachstum der Zukunft sichern.

Quartalszahlen im Fokus

Die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 werden am Dienstag, 10. März, vor Börseneröffnung erwartet. Analysten rechnen für das vierte Quartal mit einem Verlust von 0,57 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 942 Millionen US-Dollar.

Im dritten Quartal 2025 hatte BioNTech bereits einen Umsatz von 1,52 Milliarden Euro gemeldet – ein Anstieg im Jahresvergleich. Allerdings stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 28,7 Millionen Euro. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2025 wurde nach einer Zahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar aus der Bristol Myers Squibb-Kooperation auf 2,6 bis 2,8 Milliarden Euro angehoben.

Mit 17,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren zum Jahresende 2025 verfügt BioNTech über eine solide Finanzausstattung. Allerdings: Umsätze aus Onkologie-Produkten erwartet das Unternehmen für 2026 noch nicht.

Patentstreit mit Moderna eskaliert

Parallel zum Zahlenwerk verschärft sich der juristische Konflikt mit Moderna. BioNTech hat den US-Konkurrenten vor einem Bundesgericht in Delaware verklagt. Der Vorwurf: Modernas COVID-19-Impfstoff mNEXSPIKE verletze ein Patent von BioNTech und Partner Pfizer.

Konkret geht es um eine Technologie für ein vereinfachtes mRNA-basiertes Impfstoffdesign, das Patienten in geringerer Dosierung verabreicht werden kann. Moderna hatte mNEXSPIKE, eine Weiterentwicklung seines ursprünglichen COVID-Vakzins, 2025 von der US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigen lassen.

Die finanziellen Dimensionen sind beträchtlich: Moderna erzielte laut Klageunterlagen allein bis zum dritten Quartal 2025 rund 1,17 Milliarden US-Dollar Umsatz mit COVID-Impfstoffen. mNEXSPIKE soll in der Saison 2025/2026 etwa 55 Prozent der COVID-Vakzinumsätze ausmachen. BioNTech fordert Schadenersatz, verzichtet aber ausdrücklich auf ein Verkaufsverbot für das Konkurrenzprodukt.

Der Streit ist keine Einbahnstraße: Bereits 2022 hatte Moderna BioNTech und Pfizer verklagt und behauptet, deren Impfstoff Comirnaty verletze eigene mRNA-Patente. Dieses Verfahren läuft noch.

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Onkologie-Pipeline als Zukunftswette

Langfristig setzt BioNTech auf Krebsmedikamente. Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference Anfang des Jahres skizzierte das Management die Prioritäten für 2026: Beschleunigung später Studienphasen, Kombinationstherapien und Fokus auf Lungen-, Brust-, Magen-Darm- sowie gynäkologische Tumoren.

Die Zahlen der Pipeline sind ambitioniert: 15 Phase-3-Studien sollen bis Ende 2026 laufen, sieben wichtige Studienergebnisse werden im laufenden Jahr erwartet. Bis 2030 und darüber hinaus plant BioNTech mindestens 17 späte Datenpunkte. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen die Anzahl seiner Phase-2- und Phase-3-Onkologie-Studien auf über 25 mehr als verdoppelt.

Die Übernahme von CureVac, die im Dezember 2025 mit einer Annahmequote von knapp 87 Prozent abgeschlossen wurde, stärkt die mRNA-Kompetenzen. Sie ergänzt BioNTechs Fähigkeiten in Design, Formulierung und Herstellung – und unterstützt Projekte wie die gemeinsame Entwicklung von Pumitamig mit Bristol Myers Squibb.

Analystenmeinungen gespalten

Die Einschätzungen der Analysten gehen auseinander. Goldman Sachs hob BioNTech im Januar 2026 von „Neutral" auf „Kaufen" an und erhöhte das Kursziel von 115 auf 142 US-Dollar. Im Gegenzug stufte Leerink die Aktie Anfang Februar auf „Market Perform" herab – mit der Begründung, dass die jüngste Kurserholung wenig Spielraum nach oben lasse.

Im Durchschnitt bewerten elf Analysten die Aktie mit „Kaufen", vier mit „Halten" und einer mit „Verkaufen". Das mittlere Kursziel liegt bei 140,10 US-Dollar.

Die kommenden Tage dürften zeigen, wie der Markt den Spagat zwischen schwindenden COVID-Umsätzen, juristischen Auseinandersetzungen und der noch unerprobten Onkologie-Zukunft bewertet.

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