BioNTech startet in den März mit drei Themen, die eng zusammenhängen: ein Umbau im Management, ein neuer Patentstreit mit Moderna und die anstehenden Jahreszahlen. Genau diese Mischung zeigt, wie stark sich der Konzern gerade neu sortiert – weg vom reinen Covid-Geschäft, hin zur Onkologie. Doch wie belastbar ist diese Story schon kurzfristig?

Management wächst – mit klarer Botschaft

Seit dem 1. März 2026 sitzt Kylie Jimenez als Chief People Officer im Vorstand. Die Position ist neu geschaffen. Das ist mehr als nur ein Personalwechsel: BioNTech signalisiert damit, dass die Organisation parallel zu den klinischen Ambitionen mitwachsen soll.

Jimenez bringt laut Unternehmen mehr als 20 Jahre HR-Erfahrung mit. Zuletzt war sie bei Georg Fischer als globale Personalchefin, davor in Führungsrollen bei Toyota, Johnson & Johnson und General Mills. Ihr Auftrag: die „People Strategy“ so aufzustellen, dass sie zum Ziel passt, bis 2030 ein Multi-Produkt-Onkologieunternehmen zu werden.

Patentklage gegen Moderna: Es geht um viel Geld

Der zweite große Block ist juristisch – und potenziell teuer. BioNTech hat Moderna wegen Patentverletzung verklagt. Im Kern geht es um Modernas mRNA-Impfstoff der nächsten Generation, mNEXSPIKE. BioNTech behauptet, Moderna nutze eine von BioNTech entwickelte und patentierte Technologie, die sich auf bestimmte Bereiche des Spike-Proteins konzentriert statt auf die komplette Struktur.

BioNTech argumentiert, dieser Ansatz könne eine starke Immunantwort bei geringerer Dosis ermöglichen und zugleich die Lagerstabilität verbessern. Abgesichert sei das über ein US-Patent (Nr. 12,133,899), das im November 2024 erteilt wurde. Gefordert werden finanzielle Schäden; BioNTech spricht von vorsätzlicher und fortlaufender Verletzung.

Wie groß die kommerzielle Dimension ist, zeigt eine Zahl aus der Klageschrift: Moderna rechne damit, dass mNEXSPIKE in der Atemwegssaison 2025/2026 rund 55% der Covid-Impfstoffumsätze beisteuert. Entsprechend hoch hängt die Auseinandersetzung – für beide Seiten.

Zahlen am 10. März: Kassenlage stark, Onkologie-Umsätze noch nicht

Am Dienstag, den 10. März 2026, will BioNTech die Zahlen für Q4 und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Dazu gibt es eine Telefonkonferenz und einen Webcast um 13:00 Uhr MEZ.

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Wichtige Eckpunkte hat das Unternehmen bereits genannt: Zum 31. Dezember 2025 lagen Cash und Investments bei 17,2 Mrd. Euro. Die Umsatzprognose für 2025 wurde auf 2,6 bis 2,8 Mrd. Euro aktualisiert. Gleichzeitig dämpfte BioNTech Erwartungen für die nahe Zukunft: Für 2026 werden keine Onkologie-Produktumsätze erwartet.

Für das dritte Quartal 2025 meldete BioNTech 1.518,9 Mio. Euro Umsatz (plus im Jahresvergleich) und einen Nettoverlust von 28,7 Mio. Euro. Zudem floss eine Zahlung in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar aus der Kooperation mit Bristol Myers Squibb. Auffällig: Während die Umsatzprognose angehoben wurde, senkte BioNTech die Bandbreiten für Ausgabenprognosen (F&E, Vertrieb/Verwaltung sowie Capex).

Auch am Aktienkurs sieht man diese Zwischenphase: Mit 93,05 Euro notiert das Papier zwar seit Jahresanfang deutlich im Plus (+12,79%), liegt aber auf 12-Monats-Sicht noch im Minus (-12,71%).

Pipeline als Kern der Story – und Covid wird kleiner

Strategisch rückt die Onkologie immer stärker ins Zentrum. Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference skizzierte BioNTech die Prioritäten für 2026: mehr späte Studienphasen, Kombinationstherapien und klarer Fokus auf mehrere Krebsindikationen. Bis Ende 2026 erwartet BioNTech 15 Phase-3-Studien und sieben „Late-Stage“-Daten-Updates im Jahr 2026.

Konkreter wurde es mit Daten aus der Phase-3-Studie PresERVE 003 zu gotistobart (gemeinsam mit OncoC4) bei metastasiertem squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Gemeldet wurde ein klinisch relevanter Überlebensvorteil gegenüber Standard-Chemotherapie bei handhabbarem Sicherheitsprofil.

Auf der anderen Seite bleibt das Covid-Geschäft ein sinkender, wenn auch weiterhin wichtiger Faktor. Für 2026 erwartet BioNTech einen moderaten Rückgang der Comirnaty-Umsätze gegenüber 2025. Als Gründe nennt das Unternehmen veränderte Impfempfehlungen und den Übergang von mehrjährigen Verträgen hin zu stärker privat geprägten Märkten – je nach Region in unterschiedlichem Tempo.

Am 10. März wird BioNTech mit dem Jahresbericht 2025 nicht nur Zahlen liefern, sondern auch den Takt für 2026 setzen – inklusive der offiziellen Einordnung zur Umsatzbasis nach Covid, zur Kostenplanung und zur Pipeline-Roadmap für die nächsten Studiendaten.

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