Mit dem endgültigen Abschluss der CureVac-Übernahme sichert sich BioNTech weit mehr als nur einen ehemaligen Konkurrenten. Im Zentrum des 1,25 Milliarden US-Dollar schweren Deals steht die Technologie für eine der ehrgeizigsten Onkologie-Pipelines Europas. Gleichzeitig beendet der Mainzer Konzern einen teuren Patentstreit und baut eine regelrechte Festung im Bereich der mRNA-Forschung auf.

Fokus auf Technologie und Patente

Seit Anfang Januar ist CureVac offiziell Geschichte auf dem US-Börsenparkett. Für BioNTech bedeutet die vollständige Eingliederung vor allem den Zugriff auf wertvolles geistiges Eigentum. Neben der mRNA-Drucktechnologie wechseln auch die Produktionsanlagen in Tübingen den Besitzer. Da CureVac sein Geschäft mit Infektionskrankheiten bereits im Sommer 2024 für 400 Millionen Euro an GSK auslizenziert hatte, liegt der Fokus der Mainzer bei den übernommenen Werten nun voll auf der Krebsforschung.

Ein wesentlicher Treiber der Übernahme war die Bereinigung juristischer Altlasten. Mit einem umfassenden Vergleich in Höhe von 870 Millionen US-Dollar legten die beiden Unternehmen ihren Streit um Patente rund um den Corona-Impfstoff Comirnaty bei. BioNTech entgeht dadurch potenziellen zukünftigen Lizenzzahlungen. Gleichzeitig erschwert das nun stark gebündelte Patentportfolio neuen Wettbewerbern den Markteintritt, da grundlegende mRNA-Technologien zunehmend unter dem Dach von BioNTech vereint sind.

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Teure Integration trifft auf ehrgeizige Ziele

Die Integration der neuen Forschungsbereiche erfordert erhebliches Kapital. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verzeichnete BioNTech bei einem Umsatz von 2,87 Milliarden Euro einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit leicht sinkenden Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro, treibt die klinische Entwicklung aber massiv voran.

Die ehrgeizige Roadmap für die kommenden Monate umfasst dabei konkrete Meilensteine:
* 15 Phase-3-Studien sollen bis Ende 2026 starten
* Sieben klinische Daten-Readouts aus späten Studienphasen werden noch in diesem Jahr erwartet
* Geplante Forschungs- und Entwicklungsausgaben für 2026 liegen bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro

Analysten bewerten den Zukauf unterschiedlich. Während Mani Foroohar von Leerink Partners die Notwendigkeit eines starken Entwicklungspartners für CureVacs frühe Krebspipeline betont, sieht Evercore ISI in den übernommenen Forschungsprogrammen nur einen geringen finanziellen Gegenwert.

Der strategische Schwenk weg vom reinen Fokus auf Infektionskrankheiten hin zur personalisierten Krebsmedizin ist formell abgeschlossen. Mit Barreserven von über 17 Milliarden Euro verfügt BioNTech über das nötige Kapital, um die übernommenen Tübinger Forschungsansätze in klinische Studien zu überführen. Der Erfolg dieser Übernahme misst sich künftig an einer konkreten operativen Hürde: der Fähigkeit, maßgeschneiderte Krebstherapien für individuelle Patienten in großen Stückzahlen wirtschaftlich zu produzieren.

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