BioNTech stellt sein Geschäftsmodell klar auf Onkologie um – und genau das kommt am Markt an. Eine deutliche Hochstufung durch Goldman Sachs und die ehrgeizige Strategie bis 2026 haben neue Erwartungen geweckt. Entscheidend ist dabei weniger der aktuelle Gewinn, sondern die Frage, ob BioNTech sich im umkämpften Krebsmarkt als großer Player etablieren kann.

Goldman Sachs wird optimistischer

Goldman Sachs hat die Aktie am 16. Januar 2026 von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 115 auf 142 US‑Dollar angehoben. Die Begründung: BioNTech sei „am Schnittpunkt bedeutender Entwicklungen in der Onkologie“ positioniert – insbesondere bei neuartigen Immuntherapien und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs).

Die Hochstufung fiel zusammen mit dem Auftritt auf der J.P. Morgan Healthcare Conference und löste einen spürbaren Kursimpuls aus. Die Aktie hat sich in den vergangenen vier Wochen rund 21 % nach oben gearbeitet; auf Wochensicht liegt das Plus bei knapp 10 %. Gleichzeitig notiert der Titel aber noch gut 20 % unter seinem 52‑Wochen-Hoch – von Übertreibung kann also keine Rede sein.

Die positive Einschätzung kommt nicht nur von Goldman Sachs. Auch andere Häuser liegen klar auf der bullischen Seite:

  • Goldman Sachs: Kursziel 142 US‑Dollar, Einstufung „Buy“
  • BMO Capital: Kursziel 143 US‑Dollar, Einstufung „Outperform“
  • H.C. Wainwright: Kaufempfehlung bestätigt
  • Konsensempfehlung: 1,55 – damit im Bereich „Strong Buy“

Damit hat sich der Analystenkonsens deutlich auf die Seite der Optimisten verschoben. Grundlage sind jedoch nicht kurzfristige Effekte, sondern der Ausblick bis 2026 und darüber hinaus.

Ambitionierte Onkologie-Roadmap

Auf der 44. J.P. Morgan Healthcare Conference präsentierte CEO Uğur Şahin eine klar fokussierte Agenda: BioNTech will sich von der Wahrnehmung als Corona-Profiteur lösen und als breit aufgestelltes Onkologie-Unternehmen etablieren. In den vergangenen zwei Jahren hat der Konzern die Zahl seiner Krebsstudien in Phase 2 und 3 mehr als verdoppelt und kommt inzwischen auf über 25 späte Entwicklungsprogramme.

Für 2026 wurden konkrete Meilensteine genannt:

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  • Start von sechs weiteren Phase‑3‑Studien
  • Insgesamt 15 laufende Phase‑3‑Programme bis Jahresende 2026
  • Sieben späte Datenauswertungen (late-stage readouts) im Jahr 2026
  • Mindestens 17 späte Datenauswertungen bis 2030 und danach

Der adressierte Markt ist entsprechend groß: BioNTech peilt mit seinem Onkologie-Portfolio ein potenzielles Volumen von über 100 Milliarden US‑Dollar an. Abgedeckt werden dabei unter anderem Lungen‑, Brust‑, gynäkologische, gastrointestinale und urologische Krebserkrankungen. Aus Sicht vieler Analysten ist diese Breite ein wichtiger Grund, warum die Aktie wieder stärker ins Blickfeld rückt.

Finanzbasis als Sicherheitsnetz

Die aggressive Forschungsagenda wäre ohne solide Bilanz kaum denkbar. Zum 31. Dezember 2025 verfügte BioNTech über rund 17,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Diese Finanzreserve gibt dem Management Spielraum, um Phase‑3‑Programme voranzutreiben, ohne kurzfristig auf neue Erlösquellen angewiesen zu sein.

Gleichzeitig verschieben sich die Umsatztreiber deutlich:

  • Die Erlöse mit dem COVID‑19‑Impfstoff Comirnaty sollen 2026 im Vergleich zu 2025 leicht zurückgehen.
  • Gründe sind veränderte Impfempfehlungen in den USA sowie der Übergang von mehrjährigen Lieferverträgen zu einem stärker privatwirtschaftlich geprägten Markt.
  • Für 2026 rechnet BioNTech nicht mit Umsätzen aus Onkologieprodukten – der Fokus liegt klar auf der Pipeline, nicht auf schneller Kommerzialisierung.

Kurzfristig bedeutet das: Weniger Sichtbarkeit bei den Einnahmen, dafür aber mehr Investitionen in späte Entwicklungsphasen, die erst in den kommenden Jahren potenziell umsatzwirksam werden.

CureVac-Übernahme stärkt mRNA-Position

Ein weiterer Baustein der Strategie ist die Übernahme von CureVac N.V. BioNTech hat die Transaktion kürzlich abgeschlossen und ist nun alleiniger Eigentümer des CureVac-Geschäfts. Die CureVac-Aktien wurden am 16. Januar 2026 von der Nasdaq genommen.

Mit dem Deal bündelt BioNTech zusätzliche mRNA-Kompetenz und Plattformtechnologie unter einem Dach. Für den Wettbewerb im mRNA-Bereich ist das ein klares Signal: BioNTech will in diesem Feld nicht nur technologisch, sondern auch strukturell die Führung verteidigen.

Wettbewerb und Risiko-Profil

Trotz des Optimismus blendet Goldman Sachs die Risiken nicht aus. In den adressierten Therapiegebieten ist der Konkurrenzdruck hoch. Zu den Rivalen zählen andere Anbieter von bispezifischen Antikörpern und Unternehmen mit eigenen späten ADC-Programmen. Fehlschläge in Phase‑3‑Studien oder überzeugendere Konkurrenzdaten könnten die Story jederzeit bremsen.

Dennoch kommt Goldman Sachs zu dem Schluss, dass die Kombination aus breiter Pipeline, starker Bilanz und klarer strategischer Ausrichtung ein „einzigartiges Chance-Risiko-Profil“ biete. Entscheidend wird sein, ob die zahlreichen Studiendaten bis 2030 die hohen Erwartungen rechtfertigen.

Ausblick: März-Zahlen als nächster Prüfstein

Der nächste größere Termin steht bereits fest: Am 10. März 2026 legt BioNTech den kommenden Geschäftsbericht vor. Dann dürfte das Management konkreter erläutern, wie sich die Comirnaty-Umsätze im neuen Marktumfeld entwickeln und wie hoch die geplanten F&E-Ausgaben für die Onkologie tatsächlich ausfallen. Für Anleger liefert dieser Termin damit einen wichtigen Zwischenstand zur Transformation vom COVID‑19-Impfstoffspezialisten hin zu einem Mehrprodukt-Anbieter im globalen Krebsmarkt.

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