Biogen greift tief in die Tasche: Für rund 5,6 Milliarden Dollar übernimmt das Biotechunternehmen den Komplementmedizin-Spezialisten Apellis Pharmaceuticals. Der Kaufpreis von 41 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von 86 Prozent auf den volumengewichteten 90-Tage-Durchschnittskurs — Apellis-Aktionäre dürften sich über das Angebot kaum beklagen.

Zusätzlich zum Barkaufpreis erhalten Apellis-Aktionäre sogenannte Contingent Value Rights (CVR). Werden bestimmte Umsatzschwellen für das Augenmittel SYFOVRE erreicht, winken weitere Zahlungen von bis zu 4 Dollar je Aktie.

Zwei neue Umsatzträger im Portfolio

Der eigentliche Kern des Deals: Biogen sichert sich mit EMPAVELI und SYFOVRE zwei bereits zugelassene Medikamente, die 2025 gemeinsam knapp 689 Millionen Dollar Umsatz erzielten. Bis mindestens 2028 soll dieses Niveau jährlich im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen.

EMPAVELI ist in seltenen Nierenerkrankungen wie C3G und primärer IC-MPGN zugelassen — Krankheiten, bei denen rund die Hälfte der Betroffenen innerhalb von fünf bis zehn Jahren eine Dialyse oder Nierentransplantation benötigt. SYFOVRE wiederum ist das weltweit erste zugelassene Mittel gegen geografische Atrophie, eine fortschreitende Augenkrankheit, die mehr als fünf Millionen Menschen betrifft.

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Für Biogen ist der strategische Hebel klar: Das Unternehmen baut nicht nur sein Umsatzfundament aus, sondern verschafft sich auch eine Vertriebsinfrastruktur im Bereich Nephrologie — gerade rechtzeitig, bevor Felzartamab in Phase-3-Studien für drei Nierenkrankheiten steht. Mit ersten Daten wird im ersten Halbjahr 2027 gerechnet.

Was Analysten sagen

BMO Capital bekräftigte nach der Ankündigung seine „Market Perform"-Einstufung mit einem Kursziel von 196 Dollar. Die Bank sieht in der Akquisition einen Wendepunkt: Die Übernahme könnte die Wachstumsgeschichte von Biogen in den Augen der Investoren grundlegend neu bewerten. Jefferies bleibt mit einem Kursziel von 210 Dollar und einer Kaufempfehlung optimistischer, Morgan Stanley hält bei 190 Dollar und einem neutralen Rating.

Die Transaktion soll ab 2027 zunehmend positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie wirken und die bereinigte EPS-Wachstumsrate bis zum Ende des Jahrzehnts spürbar erhöhen. Finanziert wird der Deal durch eine Kombination aus Barmitteln und Fremdkapital — eine vollständige Entschuldung erwartet Biogen bis Ende 2027.

Der Abschluss ist für das zweite Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Die Biogen-Aktie notiert aktuell bei rund 178 Dollar — und hat damit in den vergangenen sechs Monaten bereits rund 34 Prozent zugelegt.

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