Beyond Meat startet mit einem deutlich angeschlagenen Profil ins Jahr 2026. Der Kurs notiert im Pennystock-Bereich um 0,88 US‑Dollar und liegt mehr als 96 % unter dem IPO-Niveau. Hohe Verluste, eine aggressive Verwässerung und rechtliche Risiken schnüren das Unternehmen finanziell immer stärker ein.

Massive Verwässerung im Anmarsch

Die Hauptversammlung hat eine deutliche Ausweitung des genehmigten Aktienkapitals beschlossen – von 500 Millionen auf 3 Milliarden Aktien. Diese Versechsfachung deutet klar darauf hin, dass das Management weiter auf Kapitalerhöhungen setzen dürfte, um Schulden zu bedienen und den laufenden Betrieb zu finanzieren.

Bereits Ende 2025 hatte Beyond Meat eine Debt-for-Equity-Transaktion abgeschlossen, die den Bestand bestehender Aktionäre stark verwässert hat. Die Zahl der ausstehenden Aktien ist durch den jüngsten Umtausch von Wandelanleihen um 413 % gestiegen.

Zentrale Punkte der Verwässerung:

  • Genehmigtes Aktienkapital erhöht von 500 Mio. auf 3 Mrd. Stücke
  • Wandelanleihe-Tausch mit 413 % Anstieg der Aktienanzahl
  • Weitere Kapitalmaßnahmen erscheinen angesichts der Liquiditätslage wahrscheinlich
  • Insiderverkäufe halten an, zuletzt ein Verkauf durch Aufsichtsratsmitglied Chelsea Grayson Ende Dezember 2025

38,9-Millionen-Dollar-Urteil verschärft Lage

Zusätzlich belastet ein aktuelles Markenrechtsurteil. Beyond Meat wurde zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von 38,9 Mio. US‑Dollar an Sonate Corporation verurteilt. Diese Summe trifft auf ohnehin angespannte Barmittel und schränkt den finanziellen Spielraum weiter ein.

Das Urteil kommt in einer Phase anhaltender operativer Verluste und margenbedingten Drucks. Die Möglichkeit, flexibel zu investieren oder Schulden schneller abzubauen, wird damit weiter reduziert.

Analysten klar negativ

Von der Wall Street kommt derzeit keinerlei Rückenwind. Fünf größere Analysehäuser stufen die Aktie mit Verkaufsempfehlungen oder Untergewichten ein, Kaufempfehlungen gibt es aktuell keine.

Ausgewählte Einschätzungen:

  • Mizuho: „Underperform“, Kursziel 1,00 US‑Dollar
  • Barclays: „Underweight“, Kursziel 1,00 US‑Dollar
  • TD Cowen: „Sell“, Kursziel 0,80 US‑Dollar
  • Argus Research: „Sell“
  • JP Morgan: „Underweight“

Das Median-Kursziel von 1,00 US‑Dollar signalisiert nur ein geringes Erholungspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs und spiegelt deutliche Zweifel an einer erfolgreichen Trendwende wider.

Operative Zahlen tief im roten Bereich

Die Zahlen zum dritten Quartal 2025 zeichnen ein schwaches Bild. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 13,32 % auf 70,2 Mio. US‑Dollar. Besonders der US‑Markt entwickelte sich mit einem Rückgang von 21 % schwach.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Beyond Meat?

Das Unternehmen verbuchte einen operativen Verlust von 112,3 Mio. US‑Dollar. Darin enthalten sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte von 77,4 Mio. US‑Dollar.

Für das vierte Quartal stellte Beyond Meat Umsätze von 60 bis 65 Mio. US‑Dollar in Aussicht – weniger als der Markt erwartet hatte. In den ersten neun Monaten 2025 summierte sich der negative Free Cashflow auf über 100 Mio. US‑Dollar.

Technisch angeschlagen

Charttechnisch bleibt der Titel unter Druck. Der wiederholte Rückfall unter die Marke von 1,00 US‑Dollar hält den Verkaufsdruck aufrecht. Die jüngsten Tiefs um 0,81 US‑Dollar fungieren nur als fragile Unterstützung. Das erhöhte Handelsvolumen entspricht typischen Pennystock-Mustern, ohne Anzeichen einer breiten, systematischen institutionellen Nachfrage.

Meme-Hype ohne nachhaltige Wirkung

Der Meme-Schub im Oktober 2025 katapultierte die Aktie kurzfristig über 7,00 US‑Dollar. Diese Rally zeigte zwar das Short-Squeeze-Potenzial, gleichzeitig aber auch die fundamentale Anfälligkeit des Unternehmens. Innerhalb weniger Wochen fiel der Kurs wieder unter 1,00 US‑Dollar zurück – viele Privatanleger, die im Hoch eingestiegen waren, erlitten deutliche Verluste.

Die Leerverkaufsquote liegt laut Daten von Fintel und ChartExchange bei rund 28 % des frei handelbaren Volumens. Damit zählt Beyond Meat zu den stärker geshorteten Werten am Markt.

Zusätzlicher Druck durch Ermittlungen

Neben der zivilrechtlichen Belastung kommt ein weiteres rechtliches Risiko hinzu. Die Kanzlei Pomerantz LLP hat Ermittlungen zu möglichen Wertpapierbetrugsansprüchen im Namen von Beyond-Meat-Anlegern aufgenommen.

Im Fokus stehen die im Oktober 2025 veröffentlichten Wertberichtigungen und die verzögerte Ergebnispräsentation, die deutliche Kursrückgänge ausgelöst hatten. Die Untersuchung zielt darauf ab, ob hierbei kapitalmarktrechtliche Vorschriften verletzt wurden.

Ausblick auf das erste Quartal 2026

Das erste Quartal 2026 wird zur Bewährungsprobe, ob Beyond Meat seine finanzielle Lage zumindest stabilisieren kann. Entscheidend werden konkrete Fortschritte bei der Begrenzung des Cashburns, der Umgang mit den neuen rechtlichen Verpflichtungen sowie die Frage sein, in welchem Umfang weitere Kapitalmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Sollte es nicht gelingen, diese Faktoren zu entschärfen, erhöhen sich die Chancen auf deutlich einschneidendere Schritte zur Bilanzsanierung spürbar.

Beyond Meat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Beyond Meat-Analyse vom 4. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Beyond Meat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Beyond Meat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Beyond Meat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...