Der Cefetra-Verkauf ist vollzogen, doch BayWas Restrukturierung gerät an einer entscheidenden Stelle ins Wanken. Die Energietochter BayWa r.e., ursprünglich als größter Erlösbringer im Sanierungsplan eingeplant, verliert durch die US-Energiepolitik unter Trump massiv an Wert. Gleichzeitig steht die Konzernführung vor einem tiefgreifenden Umbau. Am 26. März soll die Quartalspräsentation Klarheit schaffen.

Cefetra-Verkauf: Entlastung mit Grenzen

Der abgeschlossene Verkauf der Cefetra Group an ein Investorenkonsortium bringt direkt 125 Millionen Euro. Der eigentliche Hebel liegt jedoch in der Bilanz: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro.

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Zusammen mit Vorjahresverkäufen summiert sich der Schuldenabbau auf rund 1,3 Milliarden Euro — das entspricht aber nur einem Drittel des angestrebten Gesamtziels von 4 Milliarden Euro bis 2028.

BayWa r.e.: Der wackelnde Kernpfeiler

Den größten Beitrag zur Entschuldung sollte der Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an BayWa r.e. liefern — rund 2 Milliarden Euro waren eingeplant. Diese Kalkulation erweist sich zunehmend als überholt.

Hauptbelastung ist der US-Markt: Die energiepolitische Kehrtwende unter Präsident Trump — gestoppte Projektpipelines, gestrichene Steueranreize — trifft BayWa r.e. direkt. Die USA waren 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Absatzmarkt der Tochter. Die erwarteten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 geplanten Beteiligungsverkauf sinken in der Folge spürbar.

Der Vorstand räumte bereits „wesentliche Abweichungen" von der Planung ein. Seit Anfang Februar laufen Gespräche mit Finanzierungspartnern über eine Anpassung des Sanierungskonzepts. Auch der Jahresabschluss 2025, ursprünglich für Ende April geplant, verzögert sich voraussichtlich.

Führungswechsel und verschärfte Kontrollen

Die Krise zieht personelle Konsequenzen nach sich. Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus — sein Mandat als Vorsitzender endete bereits mit sofortiger Wirkung. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich das Personal- und Nachhaltigkeitsressort.

Im Aufsichtsrat legen drei Mitglieder ihre Mandate nieder: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer Ende März, Monique Surges Ende Mai. Sie waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte. Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro genehmigen — die bisherige Schwelle lag bei 200 Millionen Euro.

Zusätzlich belastet eine laufende BaFin-Prüfung des Jahresabschlusses 2023 seit Oktober 2024 die Lage. Das Bundesamt für Justiz verhängte bereits ein Ordnungsgeld wegen verspäteter Datenübermittlung.

Am 26. März wird sich zeigen, wie hoch der Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte tatsächlich ausfällt, ob die Gläubigerbanken den angepassten Kurs mittragen und ob der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro den Sanierungsplan zusätzlich stützen kann. Ob das 4-Milliarden-Entschuldungsziel bis 2028 noch erreichbar ist, dürfte erst dann klarer werden.

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