Der Verkauf der Handelstochter Cefetra ist abgeschlossen – und entlastet die Bilanz stärker als der Kaufpreis von 125 Millionen Euro vermuten lässt. Durch die Entkonsolidierung fallen auch die Verbindlichkeiten der Tochter heraus, was die Bankschulden um über 600 Millionen Euro reduziert. Zusammen mit den Vorjahresverkäufen summiert sich der Schuldenabbau auf rund 1,3 Milliarden Euro. Das klingt nach Fortschritt – deckt aber nur ein Drittel des Gesamtziels ab.

Kernstück der Entschuldung unter Druck

Den größten Brocken sollte der Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Erneuerbaren-Energie-Tochter BayWa r.e. liefern: rund 2 Milliarden Euro waren im Sanierungskonzept eingeplant. Diese Kalkulation hat sich inzwischen als zu optimistisch erwiesen.

Bereits Anfang Februar meldete BayWa per Ad-hoc-Mitteilung „wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung der Sparte. Als zentraler Belastungsfaktor gilt der US-Markt: Die energiepolitische Kehrtwende unter Präsident Trump – gestoppte Projektpipelines, gestrichene Steueranreize – trifft BayWa r.e. direkt, denn die USA waren 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Absatzmarkt. Die erwarteten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 geplanten Beteiligungsverkauf sinken in der Folge spürbar. Auch die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025, ursprünglich für Ende April geplant, verzögert sich voraussichtlich.

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Führungswechsel und schärfere Kontrollen

Die Krise zieht weitreichende personelle Konsequenzen nach sich. Vorstandschef Dr. Frank Hiller verlässt das Unternehmen zum 31. Juli 2026 – seinen Vorsitz legte er bereits mit sofortiger Wirkung nieder. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich das Personal- und das Nachhaltigkeitsressort.

Im Aufsichtsrat treten gleich drei Mitglieder zurück: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer Ende März, Monique Surges Ende Mai. Sie alle hatten den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen, der BayWa 2024 in die finanzielle Schieflage geführt hatte. Künftig muss das Kontrollgremium alle Geschäfte ab 50 Millionen Euro genehmigen – zuvor lag diese Schwelle bei 200 Millionen Euro.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Finanzaufsicht: Die BaFin moniert, dass BayWa im Geschäftsbericht 2023 die Bedingungen eines Milliardenkredits eines Bankenkonsortiums im Lagebericht verschwiegen hatte. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in diesem Zusammenhang gegen ehemalige Vorstandsmitglieder.

Am 26. März legt BayWa die Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dabei wird sich zeigen, wie hoch der tatsächliche Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte ausfällt, ob die Gläubigerbanken den angepassten Kurs mittragen und ob der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro den Sanierungsplan zusätzlich stützen kann.

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