Der Agrar- und Energiekonzern feiert mit dem Verkauf seiner Cefetra-Tochter zwar einen wichtigen Etappensieg beim Schuldenabbau. Doch hinter den Kulissen bröckelt das Fundament des gesamten Restrukturierungsplans, da die zentrale Erneuerbaren-Sparte massiv unter Druck gerät. Kann das Unternehmen die klaffende Milliarden-Lücke noch rechtzeitig schließen?

Der jüngst vollzogene Verkauf des niederländischen Getreidehändlers bringt auf den ersten Blick lediglich 125 Millionen Euro an Barmitteln in die Kassen. Deutlich schwerer wiegt jedoch der bilanzielle Entlastungseffekt: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Damit summiert sich der bisherige Schuldenabbau auf 1,3 Milliarden Euro. Doch das reicht bei Weitem nicht aus, um die strikten Vorgaben zu erfüllen. Bis 2028 müssen insgesamt vier Milliarden Euro abgetragen werden – es fehlen im Sanierungsplan somit noch rund 2,7 Milliarden Euro.

US-Markt reißt tiefes Loch in die Kasse

Den Löwenanteil dieser verbleibenden Summe sollte eigentlich die Veräußerung von Mehrheitsanteilen an der Energietochter BayWa r.e. einbringen. Genau dieser Prozess gerät nun gewaltig ins Stocken. Ursächlich dafür ist ein Einbruch im US-Geschäft, das zuletzt der wichtigste Absatzmarkt für den Konzern war. Die geänderte Energiepolitik unter US-Präsident Trump mit gestrichenen Steueranreizen führt zu gestoppten Projekten und drückt die Erlöserwartungen drastisch.

Diese Entwicklung zwang das Management bereits Anfang Februar dazu, vorsorglich Gespräche mit Finanzierungspartnern aufzunehmen, um das Sanierungskonzept an die Realität anzupassen. Zusätzlicher regulatorischer Gegenwind kommt von der BaFin, die seit Monaten den Jahresabschluss 2023 prüft und damit weitere Bewertungsunsicherheiten schafft.

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Führungsbeben und harter Sparkurs

Die operative Krise geht mit einem radikalen personellen Umbau einher. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller verlässt den Konzern, während Marlen Wienert zusätzliche Ressorts übernimmt. Auch im Aufsichtsrat müssen in den kommenden Wochen mehrere Mitglieder ihre Posten räumen, da sie den einstigen schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten. Als direkte Konsequenz aus diesen Fehlern der Vergangenheit greifen die Kontrollgremien künftig strenger durch: Geschäfte müssen nun bereits ab einem Volumen von 50 Millionen Euro genehmigt werden, statt wie bisher ab 200 Millionen Euro.

Parallel dazu läuft ein rigides Sparprogramm, dem bis 2027 rund 1.300 Arbeitsplätze und 26 Niederlassungen weichen müssen. Der Gesamtumsatz soll planmäßig auf rund 10 Milliarden Euro schrumpfen.

Am 26. März präsentiert das Unternehmen die Zahlen für das vierte Quartal. Dieser Termin wird schonungslos offenlegen, wie hoch der Abschreibungsbedarf bei der kriselnden Energiesparte tatsächlich ausfällt. Dann wird sich auch datenbasiert zeigen, ob der für 2026 anvisierte Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global – der geschätzte 300 Millionen Euro einbringen soll – ausreicht, um den wankenden Restrukturierungskurs fundamental abzusichern oder ob eine komplette Neuberechnung zwingend erforderlich wird.

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