Der Lebensmittelgigant Nestlé zieht derzeit an zwei entgegengesetzten Strängen. Während unter dem neuen CEO Philipp Navratil ein harter Sparkurs mit weltweitem Stellenabbau anläuft, investiert der Konzern parallel Millionen in eine aufwendige Formel-1-Partnerschaft für seine Marke KitKat. Geht diese ambitionierte Doppelstrategie aus Kostenreduktion und gezieltem Marketing auf?

Pünktlich zum Start der Formel-1-Saison in Australien feiert KitKat seine Premiere als offizieller Schokoladenpartner der Rennserie. Begleitet von groß angelegten Werbekampagnen und Fan-Events sucht der Konzern gezielt die globale Aufmerksamkeit für seine strategischen Wachstumsmarken. Doch abseits der Rennstrecke weht ein anderer Wind: In Südafrika haben bereits die ersten von über 400 geplanten Entlassungsgesprächen begonnen. Es ist der Auftakt zu einem umfassenden Stellenabbau. Innerhalb von zwei Jahren sollen weltweit rund 16.000 Stellen im Büro- und Operationsbereich gestrichen werden, um jährlich eine Milliarde Schweizer Franken einzusparen.

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Wachstum durch Preiserhöhungen stößt an Grenzen

Dass dieser tiefgreifende Umbau nötig ist, belegen die Zahlen des abgelaufenen Jahres. Zwar verzeichnete Nestlé 2025 ein organisches Wachstum von 3,5 Prozent bei einem Umsatz von 89,5 Milliarden Schweizer Franken, doch dieser Anstieg basierte zu 2,8 Prozentpunkten auf reinen Preiserhöhungen. Der Nettogewinn sank auf 9,0 Milliarden Franken, und auch die operative Marge war rückläufig. An der Börse wird diese Übergangsphase sachlich bewertet: Heute gab der Titel um 1,12 Prozent auf 88,20 Euro nach. Auf Jahressicht verbucht das Papier jedoch ein moderates Plus von 4,23 Prozent und hält sich damit derzeit stabil über der 50-Tage-Linie von 84,49 Euro.

Um das echte Volumenwachstum wieder anzukurbeln, greift das Management nun direkt in die Vergütungsstrukturen ein. Ab 2026 sind die Boni der Führungskräfte strikt an das reale interne Wachstum (RIG) gekoppelt. Reine Preissteigerungen genügen künftig nicht mehr, um die Zielvorgaben zu erfüllen.

Portfolio wird spürbar verschlankt

Flankiert wird dieser Kulturwandel von einer deutlichen Bereinigung des Portfolios. Der Fokus liegt künftig auf den vier profitablen Kernbereichen Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Snacks. Randbereiche werden konsequent abgestoßen: Das Eiscremegeschäft steht vor dem Verkauf an Froneri, und für die Wasser- und Premiumgetränkesparte laufen bereits formale Gespräche über eine Ausgliederung bis 2027.

Für das laufende Jahr 2026 hat das Management ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent sowie eine spürbare Verbesserung der operativen Marge als konkretes Ziel ausgegeben. Da jedoch Nachwehen aus vergangenen Krisen im Säuglingsnahrungsgeschäft weiterhin die Bilanzen belasten, rechnet Nestlé erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer deutlicheren positiven Entwicklung der Ertragskraft.

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