BayWa Aktie: Totalabsturz
Der Münchener Agrarkonzern BayWa kämpft ums Überleben. CEO-Rücktritt, staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen und ein Milliardenverlust markieren eine der schwersten Krisen in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Aktie notiert weit unter ihren langfristigen Durchschnitten, während die Restrukturierung bis 2028 den Konzern auf ein Drittel seiner bisherigen Größe schrumpfen soll.
Die wichtigsten Fakten zur Krise
- Verlust 2024: 1,6 Milliarden Euro nach Zinsen und Steuern
- EBIT-Einbruch: Von +304 Millionen Euro (2023) auf -1,1 Milliarden Euro (2024)
- Umsatzrückgang: Von 23,9 auf 21,1 Milliarden Euro
- Personalabbau: Von 23.000 auf etwa 8.000 Mitarbeiter bis 2028
- Verschuldungsgrad: 1.613,93 (Debt-to-Equity)
Hiller wirft hin
Am 9. Januar 2026 verkündete BayWa per Ad-hoc-Mitteilung den sofortigen Rückzug von CEO Dr. Frank Hiller. Sein Dienstvertrag läuft zwar noch bis Ende Juli 2026, die Vorstandsaufgaben wurden jedoch bereits auf die verbleibenden Mitglieder verteilt. Grund für den Abgang: Aktionäre hatten zunehmend das Vertrauen in Hiller verloren. Die schuldenfinanzierte Auslandsexpansion hatte den Konzern an den Rand der Insolvenz geführt.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Am 15. Januar 2026 durchsuchten Ermittler der Münchener Staatsanwaltschaft Geschäftsräume im Zusammenhang mit dem Fall BayWa. Die Behörden reagieren damit auf Vorwürfe der BaFin, die im Oktober 2025 Fehler im Jahresbericht 2023 beanstandet hatte. Der Verdacht: Die damalige Unternehmensführung habe die Risiken des Konzerns heruntergespielt. Zusätzlich verhängte das Bundesamt für Justiz am 24. Januar eine Geldstrafe von 2.500 Euro wegen verspäteter Veröffentlichung des Jahresabschlusses.
Cefetra-Verkauf bringt Entlastung
Im Dezember 2025 unterzeichnete BayWa den Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra für rund 125 Millionen Euro. Weitere 62 Millionen Euro fließen aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Die Entkonsolidierung reduziert die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro. Der Abschluss wird im ersten Quartal 2026 erwartet.
Parallel dazu startete BayWa im Oktober 2025 die zweite Tranche einer Kapitalerhöhung. Die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG zeichneten bereits in der ersten Tranche neue Aktien im Wert von rund 125 Millionen Euro. Das Grundkapital wuchs von 80,9 Millionen auf 100,3 Millionen Aktien.
Aktie zeigt extreme Ausschläge
Am 17. Januar 2026 schoss die BayWa Aktie um 13,6 Prozent auf 4,34 Euro nach oben. Das Handelsvolumen explodierte dabei um 1.719 Prozent über den Durchschnitt. Die Kennzahlen offenbaren jedoch die prekäre Lage: Die Current Ratio liegt bei 0,97, die Quick Ratio bei nur 0,48. Das KGV ist mit -0,43 negativ. Die Aktie notiert aktuell deutlich unter der 50-Tage-Linie (2,87 Euro) und weit entfernt von der 200-Tage-Linie (6,71 Euro).
Die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. kündigte für die zweite Jahreshälfte 2026 ein Rebranding an und bereitet sich auf die Eigenständigkeit nach der Restrukturierung vor. Im Rahmen strategischer Projektverkäufe wurden bereits rund 2,2 GW an Wind-, Solar- und Speicherprojekten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien veräußert. Die Restrukturierung läuft noch bis 2028 – ob BayWa bis dahin wieder auf die Beine kommt, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
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