Der ursprüngliche Sanierungsplan ist obsolet. Trumps Energiepolitik hat die Verkaufserlöse für die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. so stark unter Druck gesetzt, dass BayWa seinen gesamten Restrukturierungsrahmen neu berechnen muss — und das unter erheblichem Zeitdruck.

BayWa r.e.: Vom Rettungsanker zum Problemfall

Der bisherige Plan sah vor, bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. zu erlösen. Dieser Wert ist nicht mehr zu halten. US-Präsident Trump stoppte im Januar 2025 Fördermittel für erneuerbare Energien im Umfang von über 300 Milliarden Dollar, wenig später erklärte er Treibhausgase für nicht mehr gesundheitsschädlich — damit entfiel eine zentrale Grundlage für den Klimaschutz in den USA.

Die Folge: Die erzielbaren Verkaufspreise für BayWa r.e. sind „signifikant" gesunken, wie der Vorstand einräumt. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt nun bei gut 140 Millionen Euro — das ursprüngliche Sanierungsgutachten hatte für 2028 noch rund 230 Millionen Euro angesetzt. Der Planungshorizont verlängert sich entsprechend auf 2030. Die Jahresprognose für 2026 hat BayWa komplett gestrichen.

Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026

Parallel laufen Verhandlungen mit den Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung, die bis Herbst 2026 gelten soll. Sie soll BayWa den Spielraum verschaffen, das Sanierungskonzept grundlegend zu überarbeiten. Liquidität und operatives Geschäft sollen davon unberührt bleiben.

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Beim Schuldenabbau gibt es immerhin messbare Fortschritte: Seit 2025 reduzierte BayWa die Schuldenlast um rund 1,3 Milliarden Euro — maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra. Beim Gesamtziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 sind damit knapp 33 Prozent erreicht.

Führungswechsel und verschärfte Kontrolle

Die Krise hinterlässt auch personelle Spuren. Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum Juli 2026 aus, sein Mandat als CEO endete bereits mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat gehen Ende März Monika Hohlmeier und Michael Höllerer, Ende Mai folgt Monique Surges. Das Gremium hatte den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.

Künftig soll der Aufsichtsrat enger kontrollieren: Die Zustimmungspflicht für Geschäfte wurde von 200 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro abgesenkt. Zusätzlich stellte eine BaFin-Prüfung fest, dass BayWa im Jahresabschluss 2023 wesentliche Finanzierungsrisiken — darunter Bedingungen eines Milliardenkredits und Refinanzierungsrisiken von Anleihen — im Lagebericht verschwiegen hatte.

Am 26. März legt BayWa die Q4-2025-Zahlen vor — ein erster Einblick, aber kein vollständiger. Der Konzernabschluss 2025 verschiebt sich wegen der noch ausstehenden Neubewertung von BayWa r.e. möglicherweise bis ins vierte Quartal 2026. Spätestens wenn die Stillhaltevereinbarung im Herbst ausläuft, muss ein vollständig neu gerechnetes Sanierungskonzept vorliegen — eines, das ohne die ursprünglich kalkulierten Milliarden aus BayWa r.e. tragfähig sein muss.

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