BayWa hat beim Schuldenabbau einen wichtigen Haken gesetzt: Der Verkauf der Cefetra Group ist abgeschlossen und entlastet die Bilanz spürbar. Doch ausgerechnet der entscheidende Hebel der Restrukturierung – der geplante Verkauf von Mehrheitsanteilen an der Energietochter BayWa r.e. – gerät durch Zielverfehlungen und veränderte Marktbedingungen unter Druck. Gleichzeitig kommt Bewegung in die Führungsetage und die Kontrollstrukturen werden verschärft.

Cefetra-Verkauf senkt Bankschulden

Der im Dezember angekündigte Verkauf von Cefetra an ein Investorenkonsortium ist vollzogen. Der Kaufpreis beträgt 125 Millionen Euro. Der größere Effekt liegt aber in der Bilanz: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro, weil auch die Kredite von Cefetra aus dem Konsolidierungskreis herausfallen.

Zusammen mit bereits 2025 veräußerten Beteiligungen (RWA, WHG und EDL) reduziert BayWa damit die Bankschulden laut Angaben insgesamt um rund 1,3 Milliarden Euro. Zuvor war ein Verkauf im Herbst 2025 gescheitert, weil der ursprünglich vorgesehene Käufer die Finanzierung nicht fristgerecht sichern konnte.

BayWa r.e. verfehlt Ziele – Zeitplan unter Druck

Trotz des Erfolgs bleibt die Entschuldungslücke groß: Von den bis 2028 geforderten 4 Milliarden Euro fehlen noch rund 2,7 Milliarden Euro. Rund 2 Milliarden Euro sollten dabei über den Verkauf von Mehrheitsanteilen an BayWa r.e. kommen – genau dieser Prozess stockt.

In einer Ad-hoc-Mitteilung Anfang Februar meldete BayWa „wesentliche Abweichungen“ bei BayWa r.e. und verwies auf veränderte Marktbedingungen in den USA und Europa. Das trifft die Energiesparte besonders, weil die USA im Geschäftsjahr 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Markt waren. In den USA wurden Steuervorteile gestrichen, in Europa verlangsamt sich der Zubau von Wind- und Solaranlagen. Sinkende Erträge würden auch die Erlöserwartung für einen Verkauf drücken – und damit den zentralen Baustein des Entschuldungsplans schwächen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Folge der Planabweichungen: Die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses 2025, ursprünglich für Ende April geplant, verzögert sich voraussichtlich. Gespräche mit Finanzierungspartnern über Anpassungen am Sanierungskonzept laufen bereits seit Anfang Februar.

Nächste Schritte: T&G-Verkauf und Q4-Zahlen

Als nächster Verkauf steht dieses Jahr Turners & Growers (T&G Global) an. Insidern zufolge könnte das die Entschuldung um weitere 300 Millionen Euro verbessern.

Entscheidend für die kurzfristige Einordnung wird aber ein fixes Datum: Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann dürfte klarer werden, ob die Bewertung der Energietochter den Entschuldungsfahrplan noch trägt – oder ob BayWa die Restrukturierung neu kalibrieren muss.

Parallel laufen personelle und strukturelle Änderungen: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 „in beiderseitigem Einvernehmen“ aus, sein Mandat endete mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat sind drei Rücktritte terminiert, zudem sinkt die Schwelle für zustimmungspflichtige Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro. Zusätzlich prüft die BaFin seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 4. März liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...