Der Münchner Agrarkonzern BayWa kann mit dem vollzogenen Verkauf seiner Getreidehandelstochter Cefetra einen wichtigen Sanierungserfolg verbuchen. Doch die Erleichterung bleibt verhalten: Ausgerechnet das Kernstück der Entschuldungsstrategie – die Energietochter BayWa r.e. – droht zum Problemfall zu werden. Verschärfend kommen personelle Turbulenzen an der Konzernspitze hinzu.

Cefetra-Deal bringt Bilanzentlastung von 600 Millionen

Der Verkauf der Cefetra Group B.V. an ein Investorenkonsortium ist abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt bei 125 Millionen Euro – der eigentliche Effekt zeigt sich jedoch in der Bilanzstruktur: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro, da mit Cefetra auch deren Kredite aus dem Konsolidierungskreis fallen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Zusammen mit den 2025 realisierten Verkäufen von RWA, WHG und EDL reduzieren sich die Bankverbindlichkeiten im Konzern um rund 1,3 Milliarden Euro. Der Weg zum Abschluss war steinig: Im Herbst 2025 war ein erster Verkaufsversuch gescheitert, nachdem die Finanzierung durch die First Dutch Group nicht zustande kam.

BayWa r.e. verfehlt Planziele deutlich

Trotz der Fortschritte klafft im Sanierungsplan eine erhebliche Lücke. Bis 2028 müssen insgesamt vier Milliarden Euro abgebaut werden. Der Verkauf von BayWa r.e. sollte dabei rund zwei Milliarden Euro beisteuern – ein Betrag, der nach den jüngsten Entwicklungen zunehmend unrealistisch erscheint.

Am 2. Februar informierte BayWa per Ad-hoc-Mitteilung über "wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung. Als Ursache nannte das Unternehmen "spürbare Marktveränderungen" im Bereich erneuerbare Energien in den USA und Europa. In den Vereinigten Staaten wurden Steuervorteile für den Ausbau erneuerbarer Energien gestrichen, in mehreren europäischen Ländern hat sich der Zubau von Wind- und Solarparks verlangsamt.

Besonders problematisch: Die USA waren im Geschäftsjahr 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Markt für BayWa r.e. Die regulatorische Vollbremsung trifft das Unternehmen damit ins Mark. Die Konsequenz: Die geplanten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 vorgesehenen Verkauf der Beteiligung sinken. Dadurch könnte auch das Sanierungsgutachten nachgebessert werden müssen.

Führungswechsel und verschärfte Kontrolle

Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 "in beiderseitigem Einvernehmen" aus, sein Mandat endete mit sofortiger Wirkung. Ende März verlassen die CSU-Europapolitikerin Monika Hohlmeier und der österreichische Bankdirektor Michael Höllerer den Aufsichtsrat, Ende Mai folgt Monique Surges. Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs gestützt hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.

Der Aufsichtsrat verschärft nun die Kontrolle: Alle Geschäfte über 50 Millionen Euro müssen künftig genehmigt werden – bisher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Die BaFin prüft seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023.

Turners & Growers als nächster Baustein

Als nächstes steht der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers an, der Insidern zufolge noch einmal 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen soll. Der Deal soll noch 2026 abgeschlossen werden.

Am 26. März 2026 will BayWa mit den Zahlen zum vierten Quartal 2025 einen detaillierten Einblick in den Stand der Sanierung geben. Erst dann wird sich zeigen, ob die Gläubigerbanken den angepassten Planungen zustimmen und wie tiefgreifend die Wertberichtigungen bei der Erneuerbaren-Sparte tatsächlich ausfallen. Der Vorstand hat vorsorglich Gespräche mit Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen. Die ursprünglich bis 30. April 2026 geplante Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 könnte sich verzögern.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 04. März liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...