Gerade als der Verkauf der Tochter Cefetra für erstes Aufatmen sorgte, bricht beim Münchener Agrarkonzern neues Chaos aus. In einer überraschenden Ad-hoc-Mitteilung am späten Freitagabend verkündete BayWa die sofortige Trennung von Vorstandschef Frank Hiller nach nur zehn Monaten im Amt. Damit steht das Unternehmen zum Wochenstart vor einer erneuten Zerreißprobe: Die Machtverhältnisse im Vorstand verschieben sich massiv zugunsten der Restrukturierer.

Machtverschiebung im Vorstand

Die Entscheidung fiel abrupt und kurz vor dem Wochenende. Offiziell begründete der Aufsichtsrat die "einvernehmliche" Trennung mit unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung. Hiller, der erst im März 2025 angetreten war, um das operative Geschäft zu stabilisieren, muss seinen Posten mit sofortiger Wirkung räumen.

Besonders bemerkenswert ist die Regelung der Nachfolge. Es wird keinen externen Ersatz geben. Stattdessen werden die Aufgaben auf das verbliebene Gremium verteilt. Sanierungsvorstand (CRO) Michael Baur gewinnt dabei deutlich an Einfluss: Er übernimmt zusätzlich die Ressorts Strategie und Recht. Diese Konzentration der Verantwortung deutet darauf hin, dass sich der harte Sparkurs gegen operative Wachstumsvisionen durchgesetzt hat.

Die Fakten zur Neuaufstellung:
* Blitz-Aus: Hillers Mandat endet sofort.
* Interne Lösung: Die Vorstände Baur, Rapp (CFO) und Wienert teilen die Aufgaben unter sich auf.
* Dominanz der Sanierer: Aufsichtsratschef Gregor Scheller stärkt dem CRO den Rücken und betont, die Restrukturierung laufe "nach Plan".

Gefahr für den Sanierungskurs?

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Der Zeitpunkt des Rauswurfs wirft Fragen auf. Erst an Heiligabend 2025 hatte BayWa mit dem Verkauf der Cefetra Group einen wichtigen Meilenstein erreicht, der die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro reduzierte und die Fortführungsprognose stützte. Dass nur zwei Wochen später erneut das Personalkarussell rotiert – Hiller ist bereits der zweite CEO-Abgang in kurzer Zeit –, zeugt von tiefen internen Gräben.

Marktbeobachter werten die Demission als Zeichen dafür, dass das duale Führungsmodell zwischen operativem CEO und mächtigem Sanierer in der Praxis zu Reibungsverlusten führte. Das mühsam zurückgewonnene Vertrauen der Kapitalmärkte könnte durch diese Instabilität erneut leiden.

Nervöser Wochenstart erwartet

Die BayWa-Aktie beendete den Handel am Freitag noch mit einem Plus von knapp 2,8 Prozent bei 3,32 Euro. Da die Nachricht erst nach Börsenschluss publiziert wurde, müssen Anleger am Montag mit einer verspäteten Reaktion rechnen. Entscheidend wird sein, ob der Markt die Machtfülle bei Michael Baur als Garantie für eine konsequente Sanierung begrüßt oder das Führungsvakuum fürchtet. Charttechnisch gilt es nun, die Marke von 3,20 Euro zu verteidigen, um das zarte Erholungsbild der letzten Wochen nicht sofort wieder zu zerstören.

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