Es brennt lichterloh in der Münchener Zentrale: Die BayWa AG hat ihren Vorstandsvorsitzenden Frank Hiller mit sofortiger Wirkung vor die Tür gesetzt. Statt auf Kontinuität setzt der Aufsichtsrat mitten in der kritischen Sanierungsphase auf eine radikale Lösung ohne klassischen CEO. Doch führt dieser harte Schnitt zur erhofften Rettung oder verunsichert das Machtvakuum die Anleger zusätzlich?

Radikaler Kurswechsel ohne Chef

Die Entscheidung des Aufsichtsrats vom vergangenen Wochenende kommt überraschend und hart. Offiziell begründet der Konzern die Trennung mit "unterschiedlichen Auffassungen über die Strategie". Hiller, der das Amt erst vor knapp einem Jahr angetreten hatte, muss seinen Posten sofort räumen. Besonders brisant: Der Posten des Vorstandsvorsitzenden wird nicht nachbesetzt.

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Die Verantwortung liegt nun auf den Schultern der verbliebenen Vorstandsmitglieder. Im Zentrum steht Sanierungsvorstand Michael Baur, der als Chief Restructuring Officer (CRO) den harten Sparkurs exekutiert. Ihm zur Seite stehen Agrar-Vorständin Marlen Wienert und Finanzvorstand Matthias J. Rapp, der zusätzlich die Bereiche Compliance und Investor Relations übernimmt.

Sieg der Sparkommissare

Der Rauswurf Hillers markiert das Ende eines internen Machtkampfes. Insiderberichten zufolge setzten sich jene Kräfte durch, die eine kompromisslose Priorisierung von Schuldenabbau und Cashflow forderten. Langfristige Wachstumspläne, für die Hiller offenbar stand, müssen sich dem Ziel der bloßen Existenzsicherung unterordnen.

Diese Strategieänderung war im Aufsichtsrat keineswegs unumstritten, doch die Befürworter des harten Schnitts haben nun Fakten geschaffen. Der Fokus liegt jetzt ausschließlich auf dem Restrukturierungsplan, der bis 2028 laufen soll. Das verkleinerte Führungsgremium steht damit unter enormem Erfolgsdruck, da strategische Alternativen faktisch eliminiert wurden.

Mit dem Rauswurf ist die Hoffnung auf einen externen Impuls vorerst begraben. Der Erfolg der Aktie hängt nun allein an der strikten Umsetzung des Sparprogramms durch das verbliebene Rumpfteam. Ob die radikalen Maßnahmen greifen, werden erst die Zahlen zum vierten Quartal am 26. März 2026 belegen.

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